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	<title>ammanu.de &#187; Etappe 05 Kasachstan &#8211; Usbekistan</title>
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	<description>Eine Radreise für Kinder in Not.</description>
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		<title>Wiedersehen mit Ammanu: Gute Nachrichten!</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 11:29:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joern</dc:creator>
				<category><![CDATA[Etappe 05 Kasachstan - Usbekistan]]></category>

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		<description><![CDATA[Das wichtigste zuerst: Ammanu geht es gut! Er ist gesund und besucht – wie er es 2004 Klaus versprochen hatte – die Schule. Der “neue Plan” hat funktioniert. Zabi, der Dolmetscher, der Ammanu 2004 nach Deutschland begleitete, hat es geschafft Ammanu zu erreichen und ihn nach Mazar e Sharif (AFG), dem Wohnort von Zabi, eingeladen.
Mehrere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_979" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://ammanu.de/wp-content/uploads/2009/07/IMG_88331.JPG"><img class="size-medium wp-image-979" title="IMG_8833" src="http://ammanu.de/wp-content/uploads/2009/07/IMG_88331-300x225.jpg" alt="Zwei Frauen vom Bazar in Yallma - Usbekistan" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Frauen vom Basar in Yallma - Usbekistan</p></div>
<p>Das wichtigste zuerst: Ammanu geht es gut! Er ist gesund und besucht – wie er es 2004 Klaus versprochen hatte – die Schule. Der “neue Plan” hat funktioniert. Zabi, der Dolmetscher, der Ammanu 2004 nach Deutschland begleitete, hat es geschafft Ammanu zu erreichen und ihn nach Mazar e Sharif (AFG), dem Wohnort von Zabi, eingeladen.</p>
<p>Mehrere Tage verbrachte Ammanu dort zusammen mit seinem Großvater. In dieser Zeit wurde Ammanu ärztlich untersucht, wie uns Zabi telefonisch berichtete. Auch der Großvater nutzte den Aufenthalt in Mazar e Sharif und konnte an einer, von Zabi bisher nicht näher beschriebenen, Erkrankung behandelt werden.</p>
<p>Wir freuen uns sehr, dass wir allen, die im Jahr 2004 mitgeholfen haben, die lebensrettende Herzoperation von Ammanu zu organisieren und zu finanzieren, und da sind vor allem die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Aktion Kleiner Prinz aus Warendorf zu nennen, sowie alle, die das Schicksal von Ammanu verfolgt haben, berichten zu können, dass Ammanu gesund ist – auch wenn wir Ammanu nicht wiedersehen konnten. Ist es doch das erste Mal, das wir seit mehreren Jahren wieder von ihm hören und etwas über seinen Gesundheitszustand erfahren. Die Kriegszustände der letzten Jahre in Afghanistan und die Abgeschiedenheit von Ammanus Heimatdorf in den Bergen, hatten einen regelmäßigen Kontakt nahezu unmöglich gemacht…<span id="more-961"></span></p>
<p><strong>Ammanu: Bald berichten wir mehr! </strong></p>
<p>Gerne hätten wir schon heute ausführlicher von Ammanu berichtet, doch leider war es aufgrund der schlechten Telefonverbindung nach Afghanistan nicht möglich, noch mehr Informationen von Zabi zu erhalten. Hinzu kommt, dass das Treffen mit Zabi in Taschkent (UZ) bisher nicht, wie geplant um den 22.07 herum stattgefunden hat, da es bei Zabi zu “Verzögerungen” bei der Visa-Vergabe für Usbekistan gekommen ist. Aus diesem Grund werden wir das Treffen mit Zabi auch kurzfristig von Taschkent nach Samarkand (UZ) verlegen und hoffen, in den nächsten10 &#8211; 12 Tagen ausführlicher von dem Wiedersehen zwischen Zabi und Ammanu berichten zu können. Denn so viel Zeit können wir maximal in Taschkent oder Samarkand auf Zabi “warten”, bevor wir in Richtung Kirgisien und China aufbrechen müssen, damit wir innerhalb der in unseren Visa festgelegten Zeiträume in diese Länder einreisen können. Ein wenig Zeit bleibt also noch…</p>
<p>Auch ein wenig Zeit, um zu berichten, was wir die letzten Tage, seit unsere Abfahrt aus Türkistan in Kasachstan und unserer Einreise nach Usbekistan und Weiterfahrt nach Taschkent so erlebt haben. Denn schon vor einigen Tagen (23.07) sind wir nach genau 8000 km in 113 Reisetage in Taschkent, der Haupstadt von Usbekistan, angekommen…</p>
<p><strong>Ende: Deutsch-Schweizer Pätkes-Tour-Reisegruppe löst sich auf!</strong></p>
<p>Eigentlich wollten wir nur 4 Nächte in Türkistan bleiben, um dann im gemütlichen Tempo die 160 km bis Shymkent zurueckzulegen, wo sich unsere Deutsch-Schweizer-Pätkes-Tour-Reisegruppe aufgrund der verschiedenen Reiseziele, trennen würde. Doch nachdem es auch Michi als letzten von uns mit Magen-Darm-Verstimmung erwischt hatte, hängen wir noch einen Tag in Türkistan dran, bevor wir weiterfahren (19.07). Dann heißt es für uns alle, ein letztes Mal unsere gemeinsame Küchenausstattung zu nutzen und herrlich schmeckende Nudeln mit Tomatensoße aus 1,5 Kilo frischen Tomaten, verfeinert mit zwei kleinen Kartoffeln, Karotten und ein paar Oliven, zu zaubern. Nach über 30 gemeinsamen Tagen, ist es für uns alle gewöhnungsbedürftig, ab Shymkent (21.07) wieder alleine oder zu zweit weiterzureisen…Was für uns bleibt, ist neben zwei neuen Freunden, ein “Schweizer Grundwortschatz”: So heißt das Fahrrad bei den Eidgenossen “Velo”, den Radmantel nennen sie “Pneu” und das Eis ist fuer sie ein &#8220;Glacier&#8221;, das Taschenmesser traget den Namen “Sackmesser” und ihr Mobiltelefon suchen sie mit der Frage: “Wo ist mein Natel”. Und wenn eine Sache ganz toll gewesen ist, sagen sie “Ischupergsi” &#8211; wie zu unserer gemeinsamen Pätkes-Tour…</p>
<p><strong>Bauarbeiten: Grenze nach Usbekistan geschlossen!</strong></p>
<p>Für uns ist es von Shymkent nur eine Tagesfahrt bis zur Grenze bzw. bis zu unserem nächsten Ziel: Taschkent &#8211; die etwas über 2 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Usbekistans. Taschkent liegt direkt hinter dem Grenzübergang zu Kasachstan. Doch als wir zur besten Ausreisezeit um 11.00 morgens an der Grenze stehen, liegt Taschkent für uns auf einmal wieder 170 km entfernt. Die Grenze ist wegen Umbauarbeiten für Touristen sowie für PKW und LKW geschlossen. Eine große Planierraupe kommt uns entgegen, als wir uns der Grenze nähern. Nette Grenzsoldaten erzählen uns, dass der nächste für Touristen geöffnet Grenzübergang, Yallma, 90 km entfernt ist. Von dort sind es dann nochmal 80 km bis Taschkent…Na super, denken wir, schwingen uns auf die Fahrräder und fahren, die Mittagshitze ignorierend, bis 3 km vor den Grenzübergang Yallma. So koennen wir am nächsten Morgen (23.07) früh die Grenze überqueren und noch am selben Tag in Taschkent ankommen.</p>
<p><strong>Ausreise: Vorbei an 80 Wartenden!</strong></p>
<p>Die Ausreise aus Kasachstan sowie die Einreise in Usbekistan klappen eigentlich recht problemlos. Gut, wir mussten dem Grenzbeamten auf kasachischer Seite mehrfach sagen, dass es für uns unmöglich ist, unsere Fahrräder durch die kleine Eingangstür des Grenzgebäudes zur Passkontrolle zu schieben. Dies lag eben nicht nur an der zu engen Tuer, sondern auch daran, dass neben uns noch ca. 80 Kasachen, Russen, Tadjiken oder Usbeken ausreisen wollten und alle ihr gesamtes Gepäck zur Durchleuchtung dabei hatten…Irgendwann konnten wir unsere Fahrraeder dann vor dem Gebaeude stehen lassen und wurden im Schlepptau eines Grenzbeamten an den übrigen Wartenden, die natürlich darüber etwas verärgert waren, direkt zu Passkontrolle geschleust. Warum wir – genauso wie die in der Schlange wartenden Tadjiken &#8211; diese “Vorzugsbehandlung” erhalten haben, wissen wir nicht&#8230;</p>
<p><strong>Einreise: Usbekistan heißt uns willkommen!</strong></p>
<p>Jedenfalls haben wir es nach ca. 3,5 Stunden geschafft, usbekischen Boden zu betreten, und mussten erst mal was essen. Als wir auf den Bänken einer kleinen Garküche eine Reissuppe mit Brot zu uns nehmen, und dazu Tee und Kaffee trinken, haben wir nach den letzten heißen Tagen in der Steppe wohl etwas heruntergekommen ausgesehen: Klaus ursprünglich weißes T-Shirt war eigentlich schon komplett grau geworden, und Jörns rotes T-Shirt hatte mehrere Loecher auf dem Rücken, da die Merino Wolle durch das Salz des Schweißes und die Hitze der Sonne beim Ausziehen an mehreren Stellen gerissen war. Dazu kamen die wild gewachsenen Haare, der “30 Tage Bart” und wirklich schmutzige Beine und Füße, die aussahen wie die der Hobbits aus der “Herr der Ringe”…Naja, jedenfalls muss unser Aussehen den Mutterinstinkt der Straßenhändlerinnen geweckt haben, denn kurz bevor wir die Garküche verlassen, wird jedem von uns ein T-Shirt geschenkt…Diese Geste und die Freundlichkeit der Frauen lassen auch Klaus entspannt darüber hinweg sehen, dass sein neues T-Shirt die Konfektionsgröße XXXXL hatte…</p>
<p><strong>Taschkent: Die grüne Stadt in Zentral-Asien</strong></p>
<p>Die als Autobahn in unserer Karte gekennzeichnete Straße nach Taschkent lässt sich wunderbar mit dem Rad fahren. Nicht nur, dass sie zweispurig ausgebaut ist, sondern auch, dass der Mittelstreifen begrünt ist, links und rechts der Fahrbahn große Baumwollplantagen zu sehen sind, und alle 500 m Melonen, Äpfel, Pfirsiche und anderes Obst zu Verkauf angeboten werden geben uns schnell das Gefühl, weit weg von Kasachstan zu sein…Das alles ist aber nur möglich, weil den Flüssen auf ihrem Weg zum Aral-See das Wasser entzogen wird. Und obwohl den meisten die Aral-See-Katastrophe bekannt ist, wird z.B. der sehr wasserintensive Baumwollanbau nicht zurückgefahren oder eingestellt – was auch nur möglich wäre, wenn gleichzeitig alternative Einnahmequellen für vom Baumwollanbau abhängige Familien geschaffen werden könnte…</p>
<p>Auch Taschkent ist zu unserer weiteren Überraschung eine grüne Stadt. Nach dem verheerenden Erdbeben von 1966 ist die Stadt “wasserreich” und “grün” wiederaufgebaut worden. Viele Springbrunnen und Parks sind im gesamten Stadtgebiet verteilt und unter fast jeder Grünfläche ist ein Bewässerungssystem installiert, um während der trockenen und heißen Sommermonate Rasenflächen, Bäume und Sträucher durch den Sommer zu bringen – sind die Sommer doch regenarm, trocken und heiß…</p>
<p><strong>Dollar: Der lange Weg zum Koffer voller Geld!</strong></p>
<p>Wie nach jeder neuen Einreise, müssen wir uns auch in Usbekistan erst mal etwas Geld besorgen. Wenn alles gut läuft, schieben wir dafür einfach unsere Karte in den Geldautomaten und raus kommt unser Wunschbetrag in Landeswährung, so wie es in Polen, der Ukraine oder in Kasachstan geklappt hat. In Usbekistan geht das leider nicht so einfach. In ganz Taschkent gibt es Geldautomaten eigentlich nur in den großen Hotels. Dort zieht man sich in der Regel Dollar Scheine, wenn man welche bekommt. Was nicht immer der Fall ist&#8230;und wir auch direkt bemerkt haben. So konnten wir bei unserer Ankunft in Taschkent im Hotel Usbekistan kein Geld bekommen. Um dennoch zumindest unser Hotel, was direkt im Bahnhofsgebäude liegt, bezahlen zu können, haben wir dann kurzerhand unsere im Fahrrad versteckten Not-Dollars herausgeholt und an einem offiziellen Schalter eingetauscht. Der Kurs: 1 Dollar = 1500 SUM. Das Spannende daran: Die größte Banknote in Usbekistan ist der 1000 SUM – Schein. Tauschen wir also 200 Dollar bekommen wir 300000 SUM und das sind nach Adam Riese genau 300 Scheine…Mit dicken Geldbündeln beladen, fahren wir also zu unserer Unterkunft. Direkt werden wir in der Bahnhofshalle gefragt, ob wir Dollar tauschen wollen. Der Kurs ist besser als an einem offiziellen Schalter: 1 Dollar = 1800 SUM. Hätten wir unsere 200 Dollar hier getauscht, hätten wir 60000 SUM mehr bekommen. Das sind immerhin knapp 30 Euro Differenz! Sollen wir also beim nächsten Mal auf dem “Schwarzmarkt” Geld tauschen, wenn wir wieder welches benötigen…</p>
<p><strong>Passkontrolle: Die U-Bahn als Atomschutzbunker!</strong></p>
<p>Taschkent, das sich gerade auf seinen 2200 Geburtstag vorbereitet, was sich durch die vielen Schönheitsreparaturen an Gebäuden und Neubauten zeigt, hat die einzige U-Bahn (Metro) in ganz Zentral Asien. Planung und Bau (1968 – 1977) der Metro fanden in der Zeit des Kalten Krieges statt, sodass die Metro so angelegt wurde, dass sie auch als Atomschutzbunker nutzbar ist. Den einzelnen Metrostationen ist das nicht anzusehen – im Gegenteil, ähnlich wie die Moskauer Metro ist auch die Taschkenter Metro mit viel Marmor und Prunk ausgestattet. Da es sich vor diesem Hintergrund jedoch um eine militärische Anlage handelt, ist in der gesamten Metro absolutes Fotographieverbot. Dessen Einhaltung wird ständig durch 2 Polizeibeamte und 2 Soldaten überwacht. Diese führen aus Sicherheitszwecken auch ständig Passkontrollen durch  – wahrscheinlich aber auch aus Langeweile, denn wer schon mal ohne was zu lesen im Stehen mehr als 20 min auf eine U-Bahn gewartet hat, weiß, wie langweilig das sein kann&#8230;und die Jungs stehen da den ganzen Tag…Anscheinend werden gerne Touristen kontrolliert, denn am ersten Tag, müssten wir gleich 5 mal unseren Pass vorzeigen. Anfangs waren die Passkontrollen noch etwas aufregend&#8230; Mittlerweile ist es jedoch völlig Routine geworden…Auch der Anblick von unendlich viel uniformierten Polizeibeamten, die überall im Stadtbild zu sehen sind, ist für uns nicht mehr ungewöhnlich. Jedoch darf unsere “Gewöhnung” im Umgang mit den Passkontrollen und der Polizeipräsenz nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Politik des usbekischen Staatspräsidenten Islom Karimov international teilweise auf das Heftigste in Bezug auf die Verletzung von Menschenrechten und der Pressefreiheit kritisiert wird&#8230;</p>
<p><strong>Aufenthaltsregistrierung: Der Polizeistaat wird spürbar!</strong></p>
<p>Abgesehen von den Passkontrollen, der Polizeipräsens und den wenigen Kontrollen unseres Jutebeutel, den wir immer mitnehmen, wenn wir in der Stadt unterwegs sind, bemerken wir im öffentlichen Leben den “Polizeistaat Usbekistan” – wie er von den westlichen Medien mehrfach bezeichnet wurde – nicht. Dies liegt jedoch nur daran, dass wir Touristen sind und bisher nur die Oberfläche des öffentlichen Lebens in Usbekistan kennen lernen konnten. Etwas spürbarer wird der Polizeistaat für uns jedoch in Bezug auf unsere Aufenthaltsregistrierung. Soweit wir das Verfahren verstanden haben, wird jede Übernachtung im Hotel von uns an die OVIR – Behörde, dem Büro für Pass- und Visaangelegenheiten, weitergeleitet. Unser Aufenthalstort ist den usbekischen Behoerden somit immer bekannt&#8230;Wie uns die Deutsche Botschaft in Taschkent auf Anfrage mitteilte, ist eine Registrierung in der Auslegung des gültigen Rechts erst nach 72 Stunden Aufenthalt an einem Ort notwendig. Es wird jedoch angeraten, sich insgesamt mehrfach und auch bei Aufenthalten unter 72 Stunden registrieren zu lassen, um Probleme bei der Ausreise zu vermeiden. Aus Gesprächen mit anderen Reisenden haben wir darüber hinaus erfahren, dass eine nicht tägliche Registrierung bereits praktische Auswirkungen auf die weitere Hotelsuche im Anschluss an nicht registrierte Aufenthalte hat. Fehlt beispielsweise eine Registrierung, weil man privat oder im Zelt übernachtet hat, sind eine Vielzahl an Hotels nicht bereit, einen aufzunehmen, da sie aus den Tagen der fehlenden Registrierung Probleme für sich heraus erwarten. Die Registrierung auf eigene Faust bei der OVIR Behörde zu beantragen, ist theoretisch möglich, stellt sich dabei jedoch als zeitraubende und nervige Angelegenheit dar…</p>
<p><strong>Russlanddeutsche: Besuch der dt. &#8211; ev. – luth. Kirchengemeinde</strong></p>
<p>Wir verbringen unsere Zeit lieber damit, Taschkent zu entdecken. So besichtigen wir neben verschiedenen Moscheen, Mausoleen und Medressen (Islamschulen) auch die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in Taschkent (25.07). Dort treffen wir auf Kornelius Wiebe, den Bischof der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Usbekistan, der deutsch spricht, gerade den Garten der Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Kirche wässert und uns nach einer kurzen Führung über das Gelände für den Gottesdienst am nächsten Tag um 10.00 einlädt. Bischof Wiebe hat fest mit unserer Teilnahme am Gottesdienst gerechnet, schenkt er uns noch während des Gottesdienstes, der zweisprachig auf Deutsch und auf Russisch gehalten wird, das mit persönlicher Widmung versehene Buch: “Beiträge zur Geschichte der Evangelisch – Lutherischen Kirche in Russland, der Ukraine, Kasachstan und Mittelasien”. Schon während unseres Besuchs am Tag zuvor sowie aus Gesprächen mit Bischof Wiebe und Gottesdienstbesuchern, wie z.B. der 90 Jährigen Frau Lydia Geist, die mehrere Jahre in der Trudarmee, einer militarisierten Form der Zwangsarbeit vor und während des Zweiten Weltkrieges in der Sowjetunion, arbeiten musste, erfahren wir mehr über die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in Zentralasien und deren deutschstämmige Mitglieder.</p>
<p><strong>Zukunft: Was wird aus der Gemeinde in Taschkent?</strong></p>
<p>Ein großer Teil der Russlanddeutschen, wie übergeordnet die deutschstämmigen Minderheiten aller ehemaligen Sowjetrepubliken bezeichnet werden, bilden mit ca. 25% die Wolgadeutschen. Jene Deutschen, die in den Jahren von 1763 bis 1767 der Einladung von Katharina der II., bzw. der Großen gefolgt sind, um das Steppengebiet um die Wolga herum zu kultivieren. Ihre Nachfahren bilden einen Teil der Gemeindemitglieder in Taschkent. Die Geschichte der Deutschen bzw. ihrer Gemeinden in Russland, der Sowjetunion, und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion ist sehr wechselhaft und von vielen Schicksalsschlägen geprägt. So durfte beispielsweise die von uns besuchte Taschkenter Kirche während der Sowjetzeit ähnlich wie viele andere Kirchen nicht als Gotteshaus genutzt werden und verfiel nach mehrfacher Fremdnutzung zusehends. Erst seitdem die Kirche nachdem Zerfall der Sowjetunion an die Evangelisch-Lutherische Kirche in Taschkent zurückgegeben worden war (1993), konnten wieder Gottesdienste in ihr abgehalten werden. Die Zahl der Gemeindemitglieder sank jedoch in den Folgejahren beständig, da ein Großteil in die Bundesrepublik Deutschland ausreiste. Die nächsten Jahre werden die Zukunft der dt. – ev. – luth. Gemeinde in Taschkent zeigen…</p>
<p><strong>China: Noch weit weg, aber die Herausforderungen sind schon da!</strong></p>
<p>Unsere zukünftigen Tage sind da besser zu überblicken. Wir werden Taschkent morgen (31.07) in Richtung Bukhara und Samarkand verlassen. Wir werden uns die Zeit bis zum hoffentlich jetzt in Samarkand stattfindenden Treffen mit Zabi durch Besichtigung dieser beiden alten, an der Seidenstraße gelegenen Städte verdingen und die Weiterreise durch China organisieren. Denn mit der Ankunft in China warten schon die nächsten organisatorischen Herausforderungen auf uns. Zum einen bestand bis gestern (30.07) aufgrund der Unruhen in Urumqi für die Provinz Xinjing, in die wir bei Grenzübertritt nach China einreisen, eine aktuelle Reisewarnung vom Auswärtigen Amt, sodass wir die Situation insgesamt weiter beobachten müssen. Und zum anderen habt sich seit unserer Abreise aus Deutschland das Prozedere zur Verlängerung eines Visums in China aufgrund des deutsch-chinesischen Verhältnisses sehr erschwert. War die Verlängerung eines Visums bis vor kurzem ein einfacher behördlicher Vorgang, so haben wir jetzt von mehreren Seiten gehört, dass zur Verlängerung des Visums der Nachweis von 3000 Euro auf einem, unter seinem eigenen Namen geführten chinesischen Kontos notwendig ist. Was für ein Aufwand. Wir muessen in China ein Konto eroeffnen&#8230;Da wir “nur” ein 30 Tage Visum in unserem Pass mitführen, und China für uns in 30 Tagen nicht zu durchfahren ist, müssen wir unsere Visa verlängern – oder nach Hong Kong ausreisen, wofür wir kein Visum benötigen, um dort ein neues China Visum zu beantragen. Leider liegt Hong Kong im Mittel über 2500 km von unserer eigentlichen Reiseroute entfernt. Es bleibt also spannend, wie viele Tage wir in China sind, und viele Kilometer wir in China mit dem Rad unterwegs sein koennen. Denn beide Möglichkeiten &#8211; Verlängerung des Visums oder Neubeantragung eines Visums &#8211; sind recht zeitaufwendig und vom Ausgang her unsicher&#8230;</p>
<p>Trotz dieser Ungewissheit wollen wir uns mit diesen Dingen nicht allzu sehr aus der Ruhe bringen lassen, denn wir freuen uns auf das Treffen mit Zabi, den wir heute Abend in Afghanistan anrufen werden, um hoffentlich weitere gute Neuigkeiten zu erfahren…</p>
<p><strong>Statistik</strong></p>
<p>18.07 Aufenthalt Turkistan<br />
19.07 Turkistan – kurz hinter Toertkoel: 84 km<br />
20.07 k. h. Toertkoel – 30 km vor Shymkent: 61 km<br />
21.07 k.v. Shymkent  &#8211; 65 km vor Taschkent: 89 km<br />
22.07 k.v. Taschkent – kurz vor Yallma (Grenzort): 143 km<br />
23.07 k.v. Yallma &#8211; Taschkent: 81 km<br />
24.07 Aufenthalt Taschkent<br />
25.07 Aufenthalt Taschkent<br />
26.07 Aufenthalt Taschkent<br />
27.07 Aufenthalt Taschkent<br />
28.07 Aufenthalt Taschkent<br />
29.07 Aufenthalt Taschkent<br />
30.07 Aufenthalt Taschkent<br />
31.07 Weiterfahrt nach Bukhara (Zug)</p>
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		<title>Wiedersehen mit Ammanu: Der &#8220;Neue Plan&#8221;!</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jul 2009 15:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joern</dc:creator>
				<category><![CDATA[Etappe 05 Kasachstan - Usbekistan]]></category>

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		<description><![CDATA[Der &#8220;Neue Plan&#8221; kam uns noch kurz vor unserer Abreise aus Aral (05.07): Wenn es für Ammanu u.a. aufgrund der Visa-Problematik nicht möglich ist, sich mit  uns in Taschkent (Uzbekistan) zu treffen, könnte es vielleicht klappen, dass sich zumindest Zabi &#8211; der Dolmetscher, der Ammanu 2004 nach Deutschland begleitete, und den wir in Taschkent wiedersehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der &#8220;Neue Plan&#8221; kam uns noch kurz vor unserer Abreise aus Aral (05.07): Wenn es für Ammanu u.a. aufgrund der Visa-Problematik nicht möglich ist, sich mit <img class="alignright size-medium wp-image-951" title="Kohja Ahmad Yasavi Mausoleum - Turkistan" src="http://ammanu.de/wp-content/uploads/2009/07/IMG_8603-300x227.jpg" alt="Kohja Ahmad Yasavi Mausoleum - Turkistan" width="300" height="227" /> uns in Taschkent (Uzbekistan) zu treffen, könnte es vielleicht klappen, dass sich zumindest Zabi &#8211; der Dolmetscher, der Ammanu 2004 nach Deutschland begleitete, und den wir in Taschkent wiedersehen werden &#8211; mit Ammanu in Mazar e Sharif (Afghanistan), dem Wohnort von Zabi, trifft. Zabi könnte dann Ammanu für eine Nachsorgeuntersuchung ins Krankenhaus begleiten und uns in Taschkent aus &#8220;erster Hand&#8221; berichten, wie es Ammanu heute geht.<br />
Bereits aus Aral haben wir daher Zabi über diesen Plan informiert. Er wird alles versuchen, Ammanu zu erreichen und ihn nach Mazar e Sharif einladen. Sollte der Plan gelingen, wäre das großartig und die letzten Kilometer bis Taschkent hätten für uns wieder eine ganz andere Bedeutung: voller Spannung und Vorfreude! Bis Taschkent sind es auch nur noch ca. 400 km, denn bereits vor fünf Tagen (13.07) sind wir nach insgesamt 7500 km in Turkistan, eine für glaubige Muslime Zentralasiens neben Medina  und  Mekka bedeutende Stadt, angekommen. Und auf dem Weg von Aqtöbe im Norden Kasachstans, 50 km von der Grenze zu  Russland entfernt, und Turkistan, im Süden Kasachstans, haben wir eine ganze Menge erlebt&#8230;<span id="more-945"></span></p>
<p><strong>Aqtöbe &#8211; Die neuntgrößte Stadt Kasachstans</strong></p>
<p>Gefühlt ist es schon einige Zeit her, dass wir in Aqtöbe, der mit ca. 250000 Einwohnern neuntgrößten Stadt Kasachstans, gewesen sind. Dabei ist unsere Ankunft in Aqtöbe erst knapp drei Wochen her (20.06).<br />
Vielleicht ist es eine Folge des dauernden &#8220;unterwegs seins&#8221; und des &#8220;ständig Neuen&#8221;, dass wir manchmal Schwierigkeiten haben, uns daran zurück zu erinnern, wie z.B. unser Zeltplatz vor drei Tagen ausgesehen hat. Wir treffen uns mit Marhaba, die an der Universität Aqtöbe bzw. an der Marat Ospanov Akademie Medizin studiert und die wir über couch-surfing kontaktiert haben. Marhaba kommt ursprünglich aus Aral und lebt seit einem Jahr in Aqtöbe. Übernachten können wir bei ihr nicht. Sie teilt sich ein Ein-Raum-Appartement mit vier Mitstudentinnen!<br />
Obwohl wir uns fragen, wie es möglich ist, bei all dem Gewussel, dass eine solche fünfer WG mit sich bringt, überhaupt zusammen leben zu können, hat es Marhaba geschafft, aufgrund ihrer guten Prüfungsleistungen ein staatliches Stipendium zu erhalten, sodass ihre Eltern keine Studiengebühren und keine Miete bezahlen müssen. Zudem umfasst das Stipendium einen - nach unserem Ermessen kleinen &#8211; monatlichen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten in Höhe von umgerechnet 50 Euro. Für Marhaba ist es hingegen das einzige Geld, dass ihr zur Verfügung steht&#8230;</p>
<p>Mehrmals treffen wir uns mit Marhaba. Zum Sightseeing, einfach so zum Quatschen, oder zum Organisieren von Fragen &#8220;Rund um die Registrierung von Ausländern in Kasachstan&#8221;. Ein Thema, mit dem wir uns nochmal in Kyzlorda, also ca. 1000 km später, zusammen mit der Migrationspolizei ausführlich beschäftigen sollten. Denn ob und wie sich Ausländer in Kasachstan nach der Einreise zu registrieren haben, ist bei den Behörden nicht ganz eindeutig geklärt. Marhaba, die Muslimin ist, zeigt uns die neue Moschee der Stadt. Wir zeigen ihr die russisch-orthodoxe Kirche, die nur wenige hundert Meter von der Moschee entfernt steht, sie aber noch nie besucht hatte. Jeder erfährt eine Menge Neues: Wir z.B. die füf Gebetszeiten der Moslems, sie den Dreifaltigkeitsglauben der Christen&#8230;</p>
<p><strong>Gastfreundschaft &#8211; Das 6000 km Geschenk </strong></p>
<p>Von Aqtöbe (23.06) fahren wir weiter Richtung Süden. Zwischen Qandyaghash und Emba springt unser Tacho auf die 6000 km Gesamtdistanz. Wie bei jedem vollen Tausender halten wir kurz an und &#8221;verewigen&#8221; uns mit einem Zettel und dem Text: &#8220;<a href="http://www.ammanu.de">www.ammanu.de</a> 6000 km  Klaus  Jörn&#8221; auf einem Strassenschild. So auch diesmal. Es ist schon Abend und plötzlich hält ein grauer Russen-Jeep an. Anara, die englisch spricht, ist zusammen mit einem Freund und ihrem Vater auf dem Nachhauseweg von einer Feier. Der Vater ist &#8220;wodkagutgelaunt&#8221; und begrüßt uns voll Freunde, als wir erzählen wer wir sind, und was wir machen. Sofort werden wir zur Übernachtung eingeladen. Da ihr zuhause in Emba noch über 70 km entfernt liegt, kann das nicht klappen, und wir verabreden uns zum Mittagessen am nächsten Tag zwischen 11.00 und 12.00 Uhr. Ein tolles 6000 km Geschenk für uns. Wir tauschen Handy Nummern aus, damit wir am nächsten Tag anrufen können, wenn wir Emba erreichen. Wir haben auch eine kasachische Handy Nummer. Leider ist das Netz in der Steppe jedoch noch nicht vollständig ausgebaut, sodass wir manchmal zwei bis drei Tage im Funkloch waren. Auch als wir Anara und ihre Familie treffen, sind wir im Funkloch.  Diese sind sehr besorgt, dass wir in der Steppe übernachten, sodass sie am nächsten Tag, als wir aus dem Funkloch gegen 10.00 herausfahren schon 13 Anrufe in Abwesenheit haben und eine kurze SMS: &#8220;We are waiting. When are you coming?&#8221; (Wir warten. Wann seid ihr da?).</p>
<p>Pünktlich um 11.30 erreichen wir Emba. Wir fahren direkt ins Haus von Anaras Bruder. Dort ist schon alles vorbereitet. Es ist das erste Mal, dass wir ein typisches Haus in Kasachstan betreten. Es besteht aus sechs Räumen, ist einstöckig und mit flachem Giebel gebaut. Die Mauern bestehen aus Lehmziegeln, die ebenfalls mit Lehm verputzt, und innen und außen weiß gekalkt sind. Hinter der Eingangstür befindet sich der erste Raum, die Küche. Hiervon geht ein Flur ab, an dem dem die übrigen Räume liegen. Ein Essraum, ein Vorratsraum, das Schlafzimmer der Eltern, das Schlafzimmer für die Kinder und eine Art &#8220;gute Stube&#8221;. Alle Räume sind recht reduziert eingerichtet. Teppiche hängen an den Wänden. Stühle gibt es keine, denn typischerweise wird auf dem Boden sitzend, vor einem ca. 30 cm hohen Tisch gegessen. Nur in der &#8220;guten Stube&#8221; steht eine Sofa Garnitur an der Wand. Aber kein Tisch. Fließend Wasser gibt es nicht. Es muss mit Handkübelwagen von im Ort verteilten Brunnen herbeigeschafft werden. Ebenso das Wasser für die Dusche, die wir erstmal benutzen. Ein Holzverschlag mit schwarzem Wassertank auf dem Dach.</p>
<p><strong>Beschbarmak &#8211; Das Nationalgericht Kasachstans</strong></p>
<p>Die Gastfreundlichkeit von Anaras Familie ist sehr herzlich und ehrlich. Sie haben Beschbarmak, das Nationalgericht Kasachstans, für uns gekocht. Wörtlich übersetzt heißt es &#8220;5 Finger&#8221;, da es mit den Händen gegessen wird. Es besteht im Wesentlichen aus Kartoffeln, dünnen Teigplatten und Hammelfleisch. Serviert wird Beschbarmak in einer großen, flaschen Schüssel. Alle &#8211; insgesamt über 10 Erwachsene und Kinder &#8211; sitzen im Esszimmer um den niedrigen Tisch und schnell ist das Beschbarmak aufgegessen und die Bäuche sind voll. Im Anschluss trinken wir schwarzen Tee und naschen verschiedene Süßigkeiten. Bevor wir weiterfahren, schlafen wir noch eine Stunde auf den typischen bunten Schlaf- und Sitzdecken in der &#8220;guten Stube&#8221;. Zum Abschied schenkt Anara jedem von uns eines Tibuti, die traditionelle Kopfebedeckung der Männer in Kasachstan, die in der Form einer Jurte, dem Wohnzelt der Normaden, nachempfunden ist. Anara und ihre Familie bringen uns noch aus dem Ort heraus auf die Straße, die uns weiter nach Shalgar führt. Die Straße ist wieder miserabel. Die Asphaltdecke hat sich aufgelöst. Zwar sind gut ausgeruht, trotzdem kommen wir nur mit 13 &#8211; 15 km/h voran.</p>
<p>Warum wir das Treffen mit Anaras Familie so ausführlich beschreiben, liegt neben dem einfach tollen Erlebnis leider auch daran, dass wir fast keine Photos von dem Tag haben. Zwar haben wir eine Vielzahl an Photos gemacht, doch die Speicherkarte in der Digital Camera hatte sich zuvor einen Virus eingefangen und vielleicht alle Bilder auf der Karte zerstört. Zumindest können wir z.Z. nicht auf die Bilder zugreifen. Immer dann, wenn wir unsere Speicherkarte an irgendwelchen Computern in Internet-Cafes anschließen, um Bilder auf die Homepage hochzuladen, besteht die Gefahr, dass ein Virus die Speicherkarte unbrauchbar macht. Sehr ärgerlich, dass es genau die Bilder von unserem bisher intensivsten Kasachstan-Erlebnis erwischt hat&#8230;</p>
<p><strong>Druschba &#8211; Die Deutsch &#8211; Schweizer Pätkestour</strong></p>
<p>Die Straße hinter Emba ist so schlecht zu befahren, dass wir nach 20 km eine kurze Pause machen. Der Ort ist zufälling gewählt, mitten in der Steppe, ca. 50 km bis zur nächsten Ortschaft. Kurz bevor wir wieder losfahren wollen, fragt Klaus, ob das am Horizont nicht ein Zelt sei, und ob nicht ein Radfahrer auf uns zukommen würde&#8230;Und in der Tat. Ein Radfahrer kommt auf uns zu. Es ist Pascal, der im März aus der Schweiz gestartet ist, um nach Tibet zu fahren. Unterwegs hat er zufällig Michael getroffen, der ebenfalls aus der Schweiz stammt, jedoch in Koblenz wohnt und auf dem Weg in die Mongolei ist. Natürlich beenden wir unseren Radeltag und gesellen uns zu den beiden. Nach drei Monaten macht es mal wieder richtig Spaß, sich mit anderen als &#8220;nur&#8221; mit seinem Reisepartner  in seiner Muttersprache unterhalten zu können und über die bisherigen Reiseerfahrungen auszutauschen. Schnell merken wir, dass wir alle vier eine ähnliche &#8220;Reisephilosophie&#8221;, haben und ohne darüber zu sprechen, ist klar, dass wir bis sich unsere Wege in Shymkent trennen werden, zusammen radeln.</p>
<p>Nicht nur, dass wir uns gut verstehen, wir ergänzen uns auch hervorragend. So können wir z.B. von nun an sehr komfortabel kochen, denn mit drei Kochern, können wir gleichzeitig Nudeln zubereiten, Tomatensoße anrühren und Spiegeleier braten. Das Frühstück beginnt von nun an auch schon mal mit &#8220;Armen Rittern&#8221; und das Abendessen endet mit einem Tomaten-Gurke-Zwiebel-Salat. Für uns sind die Zeiten von Nudeln mit Ketchup erstmal vorbei. Zwar stehen wir weiterhin gegen 5.30 auch, doch quatschen wir uns beim Frühstück auch schon mal fest und sind trotzdem erst um 10.00 auf dem Rad. Und wenn wir unterwegs auf eine Tschaika &#8211; eine Teestube, in der es auch warme Speisen gibt &#8211; treffen, bleiben wir auch schon mal 5 Stunden, um die Mittagshitze zu überbrücken. Man  könnte meinen, wir machen eine Deutsch &#8211; Schweizer Pätkes Tour &#8211; also eine Radtour auf  landwirtschaftlichen Nutzwegen und Nebenstraßen, wie wir sie von zuhause aus dem Münsterland und Osnabrücker Land, z. B. von Bad Iburg über das Kloster Vinnenberg nach Telgte, kennen&#8230;</p>
<p>Aber ganz erhlich, wir alle, Klaus, Jörn, Pascal und Michäl, sind wirklich froh, uns genau zu diesem Zeitpunkt getroffen zu haben, denn die Fahrt von Emba bis Aral fürt weiterhin durch die Steppe, weiterhin auf teilweise extrem schlechten Straßen, mit bis zu 120 km Wegstrecke zwischen zwei Ortschaften an denen wir Wasser und Nahrungsmittel kaufen können. Und zu viert mit guter Stimmung kommt man da einfach besser durch, als alleine oder zu zweit. Als eine der anstrengensten Etappen wird uns aber dennoch die Anfahrt auf Aral (30.06) in Erinnerung bleiben. Wir starten früh und fahren durch die Mittagshitze, um &#8220;früh&#8221; in Aral anzukommen, und um ohne zuviel Hektik das Hotel zu suchen und Abendessen einkaufen zu können. Es ist so heiß, dass z.B. der Schweis im Gesicht direkt verdunstet und nur die Salzablagerungen auf der Haut in der Flussform des Schweißes zurückbleiben. Hinzu kommt auf den letzten 10 km der ingesamt 120 km langen Tagesetappe ein heftig wechselnder Gegen- und Seitenwind, der uns fasst in die Knie zwingt&#8230;</p>
<p>Die Fahrt bis Aral war nicht immer so anstrengend. An einigen Tagen war der Himmel leicht bewölkt und morgens manchmal sogar ziemlich kühl. Teilweise so kühl, dass wir nochmal die lange Radfahrhose auspackten und die Jacke angezogen haben. Woher so plötzlich dieser kalte Wind gekommen ist &#8211; wir hatten morgens Temperaturen um die 10 bis 12 Grad - bleibt uns ein Rätsel, den eins, zwei Tage später, hatten wir morgens bereits wieder die üblichen 20 bis 25 Grad&#8230;</p>
<p><strong>Organisation &#8211; Der wirklich anstrengende Teil der Radreise</strong></p>
<p>Wir bleiben fünf Nachte in Aral. Jeder von uns hat eine Menge zu organisieren. Das ist der eigentlich anstrengende Teil der Radreise &#8211; auch, wenn es wie beschrieben, machmal anders klingt&#8230; Pascal und Michael müssen sich sehr intensiv um ihre Folgevisa für die Mongolei und China kümmern. Das ist sehr zeitaufwendig und vor allem nervenaufreibend. Denn wirklich zuverlässige Informationen, ob es z.B., wie im Fall von Pascal möglich ist, ein Visum für China in Biskek, der Hauptstadt Kirgisiens, zu beantragen, kann niemand liefern. Auch wir waren gezwungen, uns nach Abschluss der Visaplanungen nochmals mit dem Thema beschäftigen. So wurde zwar von &#8220;unserem&#8221; Reisebüro in Münster, Starwind Reisen, der korrekte Visa Zeitraum beantragt, doch von der chinesischen Botschaft in Berlin ein anderer Zeitraum in unserem Zweitpass bzw. im Visum ausgestellt. Wir mussten daher überlegen, ob wir mit dem neuen Visazeitraum &#8220;leben können&#8221;, oder ob wir das Visum anullieren und neu beantragen sollten und berücksichtigen, ob ingesamt noch genügend Zeit bleibt, die Zweitpässe nach Taschkent in Usbekistan schicken zu lassen, wo wir sie benötigen, um damit nach Krigisien ausreisen zu können. Wir haben das Erstvisum anulliert und die Pässe sind bereits auf dem Weg nach Taschkent. Wir hoffen, dass die Pässe zeitgleich mit uns dort eintreffen. Denn ohne die Visa für Kirgisien, China und Russland wäre die Radreise wahrscheinlich früher zu Ende als geplant&#8230;</p>
<p>Alle Planung und Organisation findet im einzigen Internet Cafe von Aral statt. Ein kleiner Raum mit nur zwei Computern. Wir müssen uns also abstimmen, wer wann &#8220;ins Netz&#8221; möchte. Zum Glück verstehen wir uns mit dem Betreiber sehr gut. Er heißt oder nennt sich &#8211; ganz haben wir das nicht herausbekommen &#8211; DOS, wie das gleichnamige Betriebssystem für Computer&#8230;Was für ein lustiger Zufall&#8230;Zum Glück können wir bei DOS über das Internet telefonieren (skypen) und können so mit Zabi in Afghanistan telefonieren und den &#8220;Neuen Plan&#8221; besprechen. Denn eigentlich ist Skype in Kasachstan nicht erlaubt, da Kazak-Telkom, der staatliche Telekommunikationsanbieter, Internet-Telefonie verbietet, da ihm hieraus Umsatzverluste entstehen -  zumindest ist uns das so in Atyrau und Aqtöbe erklärt worden. In Aral bzw. bei DOS scheint dies jedoch kein Problem zu sein&#8230;</p>
<p>Bei all der Organisation ist das Hotel in Aral nicht gerade ein Oase der Ruhe und Erholung. Das Bad begrüßt uns mit einem Blick in den offenen Spülkasten der Toilette. Der hat auch seinen Zweck, denn die Spülung funktioniert nur bei direktem Griff in den Spülkasten. Ein Waschbecken gibt es nicht. In der Badewanne ist nur ein Wasserhahn montiert. Natürlich liefert der nur kaltes Wasser. Das sind wir schon gewohnt. &#8220;warm Duschen&#8221; war früher. Jörns Bett knarrt, wenn er sich beim Schlafen auf die Seite dreht, so laut, das Klaus jedes Mal wach wird. Und die Matratze von Klaus sieht aus, als haette sie schon die Zarenzeit miterlebt, so alt und verdreckt ist die Matratze. Zumindest funktioniert die Klimaanlage halbwegs. Die beiden Schweizer haben es noch schlechter getroffen. Die Klimaanlage ist nur laut. Der PVC Fußboden löcherig, sodass sich der darunterliegende Sand im Zimmer verteilt. Nach einem Tag ist die Toilette verstopft und das ganze Zimmer riecht wirklich unangenehm. Einen Zimmerservice gibt es nicht, Mülleimer leeren wir selber und Toilettenpapier kaufen wir auch selber ein. Nur einmal schlafen wir in Aral richtig gut. In der Nacht, als wir am Vorabend das heimische Bier probieren und am nächsten Tag spontan noch einen Ruhetag in Aral anhängen (04.07)&#8230;</p>
<p><strong>Aralsee - Eine der größten Umweltkatastrophen der Welt</strong></p>
<p>Viele haben schon von der Umweltkatastrophe am Aralsee gehört. Um große Teile der eigentlich sehr trockenen Grassteppe des heutigen Kasachstans und Usbekistans als Anbauflache für Getreide und Baumwollpoduktion zur Sowjet Zeit nutzen zu können, wurde über eine Vielzahl an Kanälen ein großer Teil des Wassers der beiden Zuflüsse zum Aralsee, dem Amudarija-  und dem Syrdarja- Fluss, entnommen. In knapp 40 Jahren (von 1960 bis 2000) ging durch diese Entnahme die Wasserfläche des Aralsees um über 40 % zurück. Von ca. 68.000 auf 29.000 Quadratkilometer (Zum Vergleich: Das Bundesland Niedersachsen ist ca. 47.000 Quadratkilometer groß). Große Teile des ehemaligen Aralsees sind heute verlandet und zurück bleibt eine Salz- und Staubwüste, die aufgrund des ehemaligen Einsatzes von hochgiftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln und übermäßigem Einsatz von Düngemitteln für die Bevölkerung stark gesundheitsgefährdent ist. Trotz der weitreichenden Auswirkungen der Verlandung des Aralsees, ist die Aufmerksamkeit in der westlichen Welt eher gering&#8230;</p>
<p>Auch die Stadt Aral ist direkt vom Rückgang des Aralsees betroffen. War Aral früher eine Hafenstadt mit florierender Fischindustrie, ist die Küstenlinie des Aralsees heute über 60 km vom Aralsee entfernt. An Fischerei ist daher nicht mehr zu denken. Im ehemaligen Hafen von Aral stehen noch die Kräne der Kaianlage zum Löschen der Schiffsladung und im ehemaligen Hafenbecken liegen verrostete Schiffswracks herum. Den Aralsee haben wir auf unserer Radreise somit nicht gesehen &#8211; nur Teile seines ehemaligen Beckens, in dem bereits neue, kleine Siedlungen entstanden sind. Wir fragen uns, welches Schicksal Menschen haben müssen, um in dieser unwirklichen und für Menschen trostlosen und lebensfeindlichen Gegend zu siedeln&#8230;</p>
<p><strong>Syrdarja &#8211; Der Fluss der die Steppe begrünt</strong></p>
<p>Die Weiterfahrt von Aral in Richtung Süden über Zhangaqazaly (06.07), Baykonur, dem Standort des Weltraumbahnhofs der Russen (07.07), Kyzlorda (10.07) bis Turkistan (13.07) ist landschaftlich ähnlich wie die Strecke vor Aral. Weite Graslandschaften , die teilweise extrem flach, teilweise wellig hügeling sind. Wie fast immer wird die Steppe von sehr geraden und bis zum Horizont reichenden Straßen durchzogen - deren Verlauf wir nur erkennen  können, wenn die Steppe zumindest etwas hügelig ist. Ist die Steppe flach, ist das Ende der Straße nicht zu erkennen. Jedoch wird diese Form der Steppe mehrfach plötzlich unterbrochen. Und zwar genau dann, wenn wir parallel zum Fluss Syrdarja oder einer seiner Zweigkanäle  fahren. Dann ist die Steppe grün. Links und rechts der Straße sehen wir riesige Reisfelder oder grüne Busch- und Strauchlandschaften. Die Dörfer, an denen wir vorbeifahren haben wieder schattenspendende Bäume und teilweise säumen sogar Alleen die Straßen. Kurz vor Turkistan können wir dann an zahlreichen Ständen köstliche Honig- und Wassenmelonen kaufen uns sehen dabei auf den Feldern den Landwirten bei der Getreideernte zu. Dieser Landschaftswechsel vollzieht sich mehrfach und immer so plötzlich, das uns sehr eindringlich bewusst wird, wie lebensspendend Wasser ist. Aber auch, das Wasser die Heimat von Millionen von Mücken ist, die uns, vor allem abends, beim Kochen, das Leben schwer machen und stechen, stechen, stechen&#8230;</p>
<p>Trotz der Trockenheit und &#8220;Einöde&#8221; der Steppe, hat auch dieser Landstrich seine Schönheit. Der für uns schoneste Teil liegt sicherlich ca. 40 km vor der ehemaligen Seidenstraßen Stadt Sauran. Wir zelten hier auf einer Anhöhe und können die Steppe überblicken und sehen am Horizont schon das bis 2200 m hohe Qaratauzhotasy Gebirge. Die Steppe leuchtet gerade in der Abendsonne in einem unbeschreiblich warem Gelbton. Die Nacht ist sternenklar. Keine Wolke ist am Himmel. Keine Mücke stört. Es weht ein angenehmer leichter Wind aus Nordwest. Wir schlafen nicht im Zelt, sondern draußen und wachen am nächsten Morgen auf, als uns die Sonne mit ihren ersten Strahlen an der Nase kitzelt&#8230;</p>
<p>Der angenehme Wind aus Nordwest bedeutet für uns auch Rückenwind, da wir in südostlicher Richtung fahren. Endlich mal kein Gegenwind. Hinzu kommt eine halbwegs vernünftige Asphaltdecke, sodass wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von bis zu 23 km/h auf Turkistan zufahren und für 100 km nur etwas mehr als vier Stunden Fahrzeit benötigen.</p>
<p>Wir bewegen uns während der gesamten Fahrt durch Kasachstan auf sehr unterschiedlichen Höhenmetern. Den Bereich um das Kaspische Meer durchfahren wir mit Höhenmetern von bis zu - 30 m. Also 30 Meter unterhalb des eigentlichen Meeresspiegels. Davon merken wir natürlich nichts. Dem gegenüber befinden wir uns hinter der Stadt Shalgar plötzlich auf + 600 Höhenmetern. Im Vergleich zu den Bergen, die wir in Usbekistan und vor allem in Kirgisistan zu überfahren haben, sind diese Höhenunterschiede ein leichtes Aufwaremtraining, denn hier erwarten uns Pässe von z.B. 2600 Metern in Usbekistan (Kamchik Pass) oder sogar von 3600 Metern in Kirgisien (Taldyk Pass). Mal sehen, ob wir uns dann die Steppe zurück wünschen&#8230;</p>
<p><strong>3 x Turkistan = 1 x Mekka</strong></p>
<p>Jetzt sind wir erstmal in Turkistan. Hier steht das bedeutenste Bauwerk Kasachstan. Das Mausoleum von Kohja Ahmad Yasavi, der um 1100 geboren wurde und hier lebte und lehrte. Er ist der wichtigte Religionsstifter Zentralasiens, da er den Sufismus, die vorherrschende Richtung des Islams in Zentralasien, der Bevölkerung näher brachte. Von weit her pilgern die Gläubigen, um die Grabstätte Yasavis zu besuchen. Yasavi ist so bedeutend für die Muslime in Zentalasien, das, so haben wir gehört, drei Pilgerreisen nach Turkistan eine Pilgerreise nach Mekka gleichkommt.</p>
<p>Kasachstan war für uns das erste muslimische Land auf unserer Reise, wobei der Glaube in Kasachstan recht liberal gelebt wird. Außerhalb von Moscheen sehen wir selten Kopftücher tragende Frauen. Uns überrascht, dass sogar das Mausoleum von Yasavi in kurzer Hose und ohne Kopftuch zu betreten ist. Da sind wir nicht mehr all zu sehr erstaunt, als wir in unserem Sprachführer Kasachstan lesen, dass zum Wodka in Kasachstan auch schon mal ein Stück Speck gegessen wird. Aber egal, wie liberal oder konservativ der Glaube gelebt wird, es ist für uns sehr interessant, mehr über den Islam zu erfahren, um das bisherige Halbwissen, dass wir mit uns herumtragen, zu erweitern. So war es für Jörn z.B. in Atyrau das erste Mal überhaupt, dass er eine Moschee betreten hat&#8230;</p>
<p>Vier Nachte, bis zum 17.07  wollten wir in Turkistan bleiben, um dann über Shymkent weiter nach Taschkent in Usbekistan zu fahren. Jetzt sind fünf daraus geworden. Uns alle vier hat am dritten bzw. vierten Tag in Turkistan eine Magen-Darm-Verstimmung erwischt.  Nichts Wildes, aber etwas schlapp fühlen wir uns schon. Wo wir uns die Verstimmung eingefangen haben? Das wissen wir nicht ganau &#8211; vielleicht beim Restaurant Besuch. Oder es ist einfach nur die Folgen von einem absolut übermäßigen Konsum von Honigmelonen&#8230; Egal, jedenfalls werdem wir um den 20.07 Kasachstan verlassen und hoffen dann Zabi mit einer Menge an guten Nachrichten von Ammanu in Taschkent wiederzusehen. Bis dahin: Drückt uns die Daumen, dass der &#8220;Neue Plan&#8221; gelingt.</p>
<p>Statistik</p>
<p>23.06 Aqtöbe &#8211; kurz vor Zhurun: 140 km</p>
<p>24.06 k.v. Zhurun &#8211; 20 km nach Emba: 103 km</p>
<p>25.06 nach Emba &#8211; 50 km vor Shalgar: 104 km</p>
<p>26.06 vor Shalgar &#8211; 30 km hinter Shalgar: 87 km</p>
<p>27.06 hinter Shalgar &#8211; 60 km vor Yirgiz: 70 km</p>
<p>28.06 vor Yirgiz &#8211;  15 km hinter Kreuzungsbereich M 32 / Straße nach Yirgiz: 75 km</p>
<p>29.06  Kreuzungsbereich &#8211; 120 km vor Aral im Nichts: 80 km</p>
<p>30.06 im Nichts &#8211; Aral: 120 km</p>
<p>01.07 Aufenthalt Aral</p>
<p>02.07 Aufenthalt Aral</p>
<p>03.07 Aufenthalt Aral</p>
<p>04.07 Aufenthalt Aral</p>
<p>05.07 Aral &#8211; 60 km vor Zhangaqazaly: 76 km</p>
<p>06.07 vor Zhangaquazaly  - kurz vor Maylybas: 103 km</p>
<p>07.07 k.v. Maylybas &#8211; irgendwo zw. Baykonur und Zhosaly: 101 km</p>
<p>08.07 irgendwo zw. B und Z &#8211; 5 km hinter III Intercontinantale: 93 km</p>
<p>09.07 III Intercontinentale &#8211; wird noch nachgereich: 99 km</p>
<p>10.07 wird noch nachgetragen &#8211; wird noch nachgetragen: 84 km</p>
<p>11.07 wird noch nachgetragen &#8211; 5 km hinter Baygegum: 79 km</p>
<p>12.07 Baygegum &#8211; 80 vor Turkistan: 105 km</p>
<p>13.07 vor Turkistan &#8211; Turkistan: 95 km</p>
<p>14.07 Aufenthalt Turkistan</p>
<p>15.07 Aufenthalt Turkistan</p>
<p>16.07 Aufenthalt Turkistan</p>
<p>17.07 Aufenthalt Turkistan</p>
<p>18.07 Weiterfahrt in Richtung Shymkent und Taschkent (UZB)</p>
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		<title>Wiedersehen mit Ammanu: Leider schlechte Nachricht!</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 09:24:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joern</dc:creator>
				<category><![CDATA[Etappe 05 Kasachstan - Usbekistan]]></category>

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Bald sollte es soweit sein. Die letzten Vorbereitungen für ein Wiedersehen mit Ammanu waren abgeschlossen. Zusammen mit Zabi, der Dolmtscher der Ammanu 2004 nach Deutschland begleitete, war das Wiedersehen für den 22. Juli in Taschkent (UZB) geplant. Leider haben wir gestern (02.07) von Zabi erfahren, dass das Wiedersehen wahrscheinlich so nicht stattfinden kann. Mehrere unvorhergesehene Probleme sind eingetreten.  Unsere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-929 alignright" title="Ammanu zusammen mit seinen Schwestern und Cousinen" src="http://ammanu.de/wp-content/uploads/2009/07/Vorher-24-300x224.jpg" alt="Ammanu zusammen mit seinen Schwestern und Cousinen" width="300" height="224" /></p>
<p>Bald sollte es soweit sein. Die letzten Vorbereitungen für ein Wiedersehen mit Ammanu waren abgeschlossen. Zusammen mit Zabi, der Dolmtscher der Ammanu 2004 nach Deutschland begleitete, war das Wiedersehen für den 22. Juli in Taschkent (UZB) geplant. Leider haben wir gestern (02.07) von Zabi erfahren, dass das Wiedersehen wahrscheinlich so nicht stattfinden kann. Mehrere unvorhergesehene Probleme sind eingetreten.  Unsere Stimmung ist sehr gedrückt. Wir sind enttäuscht. Der Plan war, dass Zabi von Mazar e Sharif, seinem Wohnort in Afghanistan, mit dem Auto in das Dorf von Ammanu, welches in der Nähe von Rustak liegt, fährt, um Ammanu dort abzuholen. Zusammen sollten beide dann wieder über Mazar e Sharif nach Usbekistan, wofür beide ein Visum benötigen, ausreisen. In Taschkent angekommen wollten wir das Wiedersehen gebührend feiern und Ammanu für umfangreiche Nachsorgeuntersuchung im städtischen Krankenhaus vorstellen&#8230;<span id="more-926"></span></p>
<p><strong>Warum klappt das Wiedersehen nicht?</strong></p>
<p>Wir hatten gehofft, dass alles so klappt, wie wir es geplant hatten, obwohl uns immer bewusst war, dass es, auch aus unseren bisherigen Erfahrungen in Zentral Asien heraus, immer anders kommen kann, als gedacht&#8230; Es ist recht schwierig die komplizierte Situation nachvollziehbar wieder zugeben, da die verschiedenen Gründe erst mit der Kenntnis und einem Gefühl für die örtlichen Gegebenheiten &#8220;wirklich&#8221; verständlich sind. Hinzu kommt, dass verschiedene Dinge recht unglücklich zusammenspielen und die Gesamtsituation sehr erschweren. Ein, erst sich jetzt ergebenes Problem ist beispielsweise die Ausstellung eines Visums für Ammanu, welches er benötigt, um nach Usbekistan einreisen zu können. Das Problem ergibt sich daraus, dass seine Eltern immer noch keinen Pass besitzen, weder Lesen noch Schreiben können, um selber einen Pass zu beantragen, Zabi, der mit Ammanu ausreisen möchte, kein direkter Angehöriger von Ammanu ist und Ammanu selber noch nicht volljährig. Hinzu kommt, dass die Einreisebestimmungen für Usbekistan z.Z. sehr restriktiv gehandhabt werden (auch für uns war es beispielsweise nicht möglich, trotz guter Kontakte in Usbekistan ein 90 Tage Visum für das Land zu bekommen). Zudem haben wir gestern von Zabi erfahren, dass die Brücke über den Kokcha-Fluss, als Teil der Hauptzufahrtstrasse nach Rustak bzw. zum Heimatort von Ammau, eingestürzt ist. Der damit verbundene Umweg zum Heimatort von Ammanu auf einer Nebenstraße bedeuten mehrere Tage Fahrzeit für Zabi, obwohl Mazar e Sharif und Rustak eigentlich &#8220;nur&#8221; ca. 600 km von einander entfernt liegen.</p>
<p><strong>Wie geht es jetzt weiter?</strong></p>
<p>Gerne hätten wir die letzten 1200 km von Aral, wo wir vor drei Tagen (30.06) angekommen sind, bis nach Taschkent voller Vorfreude und Spannung auf  ein Wiedersehen mit Ammanu zurückgelegt. Jetzt überlegen wir, welche Möglichkeiten es noch geben könnte, um dennoch irgendwie mit Ammanu in Kontakt treten zu können und eine Nachsorgeuntersuchung zu organisieren.  Die Situation erschwert sich jedoch dadurch, dass im Heimatort von Ammanu weder ein Telefon-Festnetzanschluss noch ein Mobilfunknetz vorhanden sind. Dennoch wollen wir versuchen, über Dr. Najib, der Apotheker, mit dem Klaus in Afghanistan 2004 zusammen gearbeitet hat, im Krankenhaus von Dashte Kalar die Nachsorgeuntersuchung durchführen zu lassen. Da es mittlerweile in Dashte Kalar ein Mobilfunknetz gibt, wäre auch ein Telefonkontakt mit Ammanu theoretisch möglich! Dr. Najib spricht jedoch nahezu kein Englisch, sodass die gesamte Organisation über Zabi, den wir nach wie vor am 22.07 in Taschkent treffen werden, laufen muss. Dieser &#8220;Plan B&#8221; ist für uns im Augenblick ein kleiner Trost. Wir werden alles daran setzten, dass die Umsetzung klappt. Das wir selber nach Afghanistan einreisen und vor Ort die Nachuntersuchung organisieren, ist auf Grund der Sicherheitslage zu gefährlich.</p>
<p>Morgen (04.06) oder Übermorgen (05.06) werden wir uns auf den Weg in die Stadt Shymkent machen. Von dort, oder bereits zuvor aus der Stadt Türkistan, werden wir dann über den weiteren Reiseverlauf und das &#8220;Wiedersehen mit Ammanu&#8221; berichten.</p>
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