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	<title>ammanu.de &#187; Etappe 06/07 Usbekistan &#8211; Kirgisien &#8211; China</title>
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	<description>Eine Radreise für Kinder in Not.</description>
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		<title>Nach 9000 km auf dem Rad: &#8220;NI HAU&#8221; heisst &#8220;HALLO&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 14:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joern</dc:creator>
				<category><![CDATA[Etappe 06/07 Usbekistan - Kirgisien - China]]></category>

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Wir sind in China: 9000 km sind es von Deutschland bis in den westlichsten Zipfel Chinas, die Provinz Xinjiang. Genau 5 Monate waren wir unterwegs, davon umgerechnet 3 Monate auf dem Rad. Im Schnitt haben wir somit etwas mehr als 90 km pro Radeltag zurueckgelegt. China hat uns jedoch direkt mit einer heftigen Ueberraschung empfangen. Aufgrund der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-1018 alignright" title="Spektakulaer: Das Pamir-Gebirge." src="http://ammanu.de/wp-content/uploads/2009/09/IMG_03401-300x225.jpg" alt="Spektakulaer: Das Pamir-Gebirge." width="300" height="225" /></p>
<p>Wir sind in China: 9000 km sind es von Deutschland bis in den westlichsten Zipfel Chinas, die Provinz Xinjiang. Genau 5 Monate waren wir unterwegs, davon umgerechnet 3 Monate auf dem Rad. Im Schnitt haben wir somit etwas mehr als 90 km pro Radeltag zurueckgelegt. China hat uns jedoch direkt mit einer heftigen Ueberraschung empfangen. Aufgrund der juengsten Unruhen in der Provinzhauptstadt Xinjiangs im Monat Juli, Ueruemqi, hat die Regierung in Peking in der Provinz Xinijiang u.a. die Millitaerpraesenz erhoeht und die Kommunikationsmoeglichkeiten massiv eingeschraenkt – wahrscheinlich, so unsere Erklaerung, um die Organisation von weiteren Demonstrationen und Ausschreitungen im Spannungsfeld zwischen Uiguren und Han &#8211; Chinesen zu erschweren: Das komplette Internet wurde abgeschaltet – ein fuer uns unvorstellbarer Eingriff des Staates! Zudem sind internationale Telefongespraeche zur Zeit ebensowenig moeglich, wie die Versendung von SMS innerhalb Chinas sowie ins Ausland. Den folgenden Bericht schreiben wir somit“offline” in Kashi, der ersten Stadt, die wir nach unserem Grenzuebertritt von Kirgisien nach China erreicht haben. Ins Internet stellen koennen wir ihn erst heute (03.09), an dem Tag, an dem wir die Provinz Xinjiang in Richtung Provinz Ningxia verlassen und wieder die Moeglichkeit haben, auf das Internet zuzugreifen. Wir koennen somit nur zeitverzoegert von unserer Ausreise aus Usbekistan (16.08), unsere Zeit in Kirgisien (16.08 – 23.08) und die ersten Tage in China (23.08 – 28.08) berichten. Doch zuvor noch ein paar Worte zur Situation in der Provinz Xinjiang&#8230;<span id="more-1013"></span></p>
<p><strong>Erklaerung: Die Situation in der Provinz Xinjiang.</strong></p>
<p>In China sind 56 ethnische Gruppen vertreten. Die groesste Gruppe mit einem Bevoelkerungsanteil von ca. 92 % bilden die Han – Chinesen. Die Provinz Xinjiang ist traditionell das Gebiet der Uiguren. Sie sind ueberwiegend Muslime und ihre Schriftsprache ist das Arabische. Erst in den 1950 er Jahren hat das kommunistische China Han – Chinesen in Xinjiang angesiedelt. Die Uiguren betrachten die Han – Chinesen somit als “Eindringlinge”. Im Zuge der Ansiedlung sind die Infrastruktur von Xinjiang ausgebaut und die Entwicklung der Wirtschaft gefoerdert worden. Die Uiguren argumentieren jedoch, dass von den oekonomischen Vorteilen nur Han – Chinesen profitieren wuerden. Vor diesem Hintergrund kam es in den letzten Jahren mehrmals zu Demonstrationen und Aufstaenden, die durch die Gewaltbereitschaft der zerstrittenen Parteien oftmals Tote forderte. Die juengsten Ausschreitungen fanden um den 5. Juli vornehmlich in der Provinzhaupstadt Ueruemqi statt. Wieder kam es zu Toten. Das Auswaertige Amt sprach sogar zeitweise eine Reisewarnung aus, die jedoch am 30.07 zurueckgenommen wurde. Die Situation in Xinjiang ist wieder so“normal”, wie es bei einem solchen Grundkonflikt sein kann. Wir als Touristen bemerken nichts von den Spannungen zwischen Uiguren und Han – Chinesen und koennen nur von der weiterhin vorhandenen Millitaerpraesenz in den Staedten oder den eingeschraenkten Kommunikationsmoeglichkeiten, Rueckschluesse auf die Situation in Xinjiang schliessen. Ein Grund zur Sorge besteht also nicht. </p>
<p><strong>Weiterfahrt: Sonne im Ruecken -  Schnee in Aussicht!</strong></p>
<p>Nachdem wir vergeblich drei Wochen in Taschkent darauf gewartet hatten, dass Zabi in Afghanistan endlich sein Visum zur Einreise nach Usbekistan erhalten wuerde, mussten wir Usbekistan in Richtung Kirgisien verlassen, da unser Visum auslief. Das wir in den drei Wochen des Wartens nicht einmal das Rad benutzt haben, merkten wir auch direkt. Unser Sitzfleisch brauchte drei Tage, bis es sich wieder an das lange Sitzen auf dem Sattel gewoehnt hat. Zudem sind wir in den ersten Tagen, abends, nach dem Radfahren, erschoepfter als vor unserem Aufenthalt in Taschkent. Und auch unserer Koerperbraeune hat gelitten, sodass wir uns sofort am ersten Tag einen leichten Sonnenbrand einfangen&#8230;Seit unserer Zeit in der Steppe Kasachstans brauchten wir eigentlich keine Sonnenmilch mehr zu nutzen, so braun sind wir dort geworden&#8230;.</p>
<p>Eine Entschaedigung dafuer war jedoch die sich aenderne Landschaft. Nach mehreren tausend Kilometern der Flachetappen ging es hinter Taschkent direkt in die Berge. So schwitzen wir bei 35 Grad auf dem Rad und sehen erste schneebedeckte Berggipfel. Auch erwartet uns unser erster von ingesamt vier Paessen auf unserem Weg nach China: der knapp 2200 m hohe Kamchick Pass.</p>
<p><strong>Bergpaesse: &#8220;schmerzhaft&#8221; oder &#8220;qualvoll&#8221;?</strong></p>
<p>Jetzt, nachdem wir alle vier Paesse erfolgreich genommen haben, unterscheiden wir zwei Arten von Paessen. Die“Schmerzhaften&#8221; und die“Qualvollen. Qualvolle Paesse zeichen sich durch eine sehr lange, stetig mittelmaessige Steigung vor dem eigentlichen Passabschnitt und einer nur kurzen heftigen Steigung direkt am Pass aus. Schmerzhafte Paesse hingegen charakterisieren sich durch eine relative flache Anfahrt bis direkt vor dem Pass und eine lange heftige Steigung direkt ab Passbeginn. Bei den qualvollen Paessen quaellt man sich also ueber 50 bis 80 km immer leicht bergauf. Bei den schmerzhaften Paessen schmerzen die Beine durch 5 bis 20 km extreme Steigung. Nicht die Hoehe eines Passes ist somit die Herausforderung, sondern die Art des Passes und die Tatsache welcher Radfahrtyp man selber ist&#8230;Geschafft haben wir schlussendlich alle Paesse &#8211; ob schmerzhaft oder qualvoll: Kamchick Pass (2267m), Chyrchyk Pass (2408m), Taldyk Pass (3615m), Pass vor Nura (3450m). Die Zugspitze mit ihren 2962 m duerfte fuer uns jetzt kein Problem mehr sein&#8230;</p>
<p><strong>Kamchick Pass: Im Kriechgang auf 2200 Hoehenmeter.</strong></p>
<p>Der Kamchick Pass ist ein typischer“schmerzhafter Pass&#8221;. Der laessigen leichten Anfahrt bis zum Beginn des Passes, folgen kurze, heftig steigende Serpentinen, die wir mit 5 bis 7 km/h hochkriechen. Auch die fuer ehemalige Sowjet-Staaten typischen Kamaz Lkw, haben Probleme den Pass zu meistern. Immer wieder muessen die Fahrer anhalten und mit kaltem Wasser den gesamten Motorraum kuehlen. Dampfwolken sind ueberall zu sehen. Es zischt und brodelt. Als Zeichen des Vertrauens in die Bremsleistung der Kamaz Lkw, legen die Fahren dicke Steine unter die Raeder – die beim Weiterfahren i.d.R. natuerlich nicht weggeraeumt werden, sodass auf allen Paessen immer wieder dicke Steine auf der Fahrbahn zu finden sind. Die Kamaz Lkw fahren mit ca. 10 bis 12 km/h den Pass hoch. Ein super Tempo, um sich am Lkw festzuhalten und den Pass hochziehen zu lassen. Klaus muss davon gebrauch machen: Im November 2007 hatte er einen Radunfall, bei dem er sich das Wadenbein und das Sprunggelenk gebrochen hatte. Seitdem schleppt er eine 20 cm lange Titanplatte mit sich herum. Da das nur eineinhalb Jahre vor dem Start unserer Radreise war, machten wir uns noch am Krankenbett grosse Sorgen, ob es ueberhaupt mit der Radreise klappen wuerde&#8230;Bisher hat es geklappt. Jedoch ist das gesamte Sprunggelenk – nicht zuletzt aufgrund der suboptimalen Operationsleistung  &#8211;  in unregelmaessigen Abstaenden geschwollen und schmerzt. So auch an diesem Tag&#8230;und so ist es besser, sich einige Abschnitte an den Kamaz Lkw zu haengen – auch wenn der Arm, mit dem er sich festgehalten hat, dadurch gefuehlt 10 cm laenger geworden ist&#8230;</p>
<p>Insgesamt brauchen wir zur Ueberwindung des Passes mehrere Stunden. Der Hoehenunterschied zwischen unserem Zeltplatz von dem wir an diesem Morgen aufgebrochen sind, und dem Erreichen der Passhoehe betraegt 1400 m&#8230;</p>
<p><strong>Schlafplatz: Den Schlangen entkommen&#8230;</strong></p>
<p>Kurz vor der Grenze zu Kirgisien ist die Gegend recht stark besiedelt. Fuer uns ist es schwierig einen geeigneten Zeltplatz zu finden. So fahren wir immer wieder bis zur naechsten Kurve, und hoffen, dass dahinter keine Haeuser mehr stehen, und wir einen ruhigen Zeltplatz finden&#8230;Kurz bevor es dunkel wird, entdecken wir eine vertrocknete Wiese mit mehreren Baeumen. Obwohl diese Wiese in unregelmaessigen Abstaenden von Haeusern umgeben ist, wollen wir auf ihr schlafen. Wenn wir uns, ohne das Zelt aufzubauen, ins Gras legen, sollten wir nicht gesehen werden. Kein super Zeltplatz, aber was sollen wir machen. Kochen koennen wir hier auch nicht. Es wird also mal wieder“trocken Brot&#8221;  geben&#8230;Als wir gerade die Raeder abpacken kommt der 30 jaehrige Kamalden vorbei. Unmissverstaendlich gibt er uns zu verstehen, dass wir hier nicht schlafen koennen – Skorpione, Schlangen usw&#8230;und deutet auf sein Haus. Wir gehen mit ihm mit. Kamalden ist Bauer, hat zwei Frauen, zwei Kindern im Alter von 2 und 9 Monaten und wohnt zusammen mit ihnen und seiner Mutter in zwei Bauwagen aehnlichen Containern, die durch ein an den Seiten offenes Dach miteinander verbunden sind. Seine sieben Kuehe werden tagsueber auf einer Wiese zum Grasen angebunden, nachts stehen sie direkt vor den Containern. Darueber hinaus hat er zwei Esel, einen Hund und ein paar Huehner. Strom gibt es nur fuer den Fernseher und fuer eine Lampe, die unter dem Dach zwischen den beiden Wohngebaeuden haengt. Gekocht wird auf der offenen Flamme in einer aus Lehm gebauten Feuerstelle.</p>
<p><strong>Bratkartoffeln: Heute mal kein &#8220;trocken Brot&#8221;!</strong></p>
<p>Die Gastfreundschaft ist wieder sehr herzlich. Extra fuer uns wird nochmal das Feuer angeheizt und eine der beiden Frauen bereitet fuer uns Bratkartoffeln zu. Die hatten wir uns gewuenscht, als sie uns fragte, was wir essen wollen. Noch eine halbe Stunde zuvor war die Stimmung nicht ganz so super und jetzt? Ein toller Schlafplatz und endlich mal wieder Bratkartoffeln&#8230; Lange unterhalten wir uns mit Kamalden und seiner Familie. Wir glauben sagen zu koennen, dass wir auf der Radreise gelernt haben, uns mit Menschen auszutauschen, deren Sprache wir nicht sprechen. Obwohl wir kein russisch oder usbekisch koennen, erfahren wir z.B. dass seine Kuehe bei jedem Melken 6 Liter Milch geben, also 12 Liter pro Tag und vereinbaren, dass Joern am naechsten morgen beim Melken helfen wird. Schlafen koennen wir in zwei Betten, die fuer uns unter das Dach zwischen den Containern getragen werden. Hier schlaeft auch Kamalden &#8211; auf der fuer Zentralasien typischen erhoehten Sitzgelegenheiten. Kurz bevor wir nach dem Fruehstueck weiterfahren, versucht sich Joern noch als Profi Melker. Und tatsaechlich, die Milch fliesst aus dem Euter &#8211; zwar nicht in Stroemen und im kraeftigen Strahl, aber sie fliesst&#8230;Fuer uns ist die Gastfreundschaft von Kamalden ein schoener Abschied aus Usbekistan, denn die Grenze liegt direkt vor uns&#8230;</p>
<p><strong>Zabi: Wiedersehen klappt entgueltig nicht&#8230;</strong></p>
<p>Und damit war klar, dass das Treffen mit Zabi definitiv nicht mehr klappen wuerde. Wir hatten zusammen mit Zabi gehofft, dass er vielleicht in den Tagen nach unserer Abreise aus Taschkent sein Visum bekommen wuerde, und er uns mit dem Auto auf unserem Weg zur Grenze nach Kirgisien noch einholen koennte. Leider hat auch dies nicht funktioniert. Wie Zabi uns einige Tage nach unserer Ausreise aus Usbekistan berichtete hat er sein Visum doch noch bekommen und ist, obwohl wir schon in Kirgisien waren, nach Usbekistan gereist – um den im Zuge der bevorstehenden Wahl einer neuen Regierung zu befuerchtenden Unruhen aus dem Weg zu gehen&#8230; </p>
<p><strong>Ausreise: Mit</strong> <strong>zwei Paessen von Usbekistan nach Kirgisien.</strong></p>
<p>Die Ausreise aus Usbekistan klappt zuegig und problemlos. Wir waren doch etwas verunsichert von den Berichten, nachdem fehlende bzw. nicht lueckenlose Hotelregistierungen die Ausreise verkomplizieren koennten – und zumindest fuer die Tage, an denen wir gezeltet haben, haben wir natuerlich keine Hotelregistierungen. Schlussendlich will jedoch niemand unsere Registrierungen sehen und die gesamte Ausreise dauert mit Warten keine 20 Minuten. Auch die Tatsache, dass wir zwischen den beiden Grenzen unsere Paesse wechseln mussten &#8211; hatten wir doch unseren Zweitpass mit den Visa fuer Kirgisien, China und Russland ueber Starwind Reisen in Muenster beantragt und dann nach Taschkent schicken lassen &#8211; stellte ueberhaupt kein Problem dar, sodass auch die Einreise nach Kirgisien problemlos klappte&#8230;</p>
<p><strong>Kirgisien: Mit dem Mercedes durch die Stadt Osh.</strong></p>
<p>Und zu unserer Ueberraschung wurden wir direkt an der Grenze von Muratbek, der an der Universitaet Osh Oekonomie lehrt, noch im Grenzbereich herzlich empfangen. Ueber die Fachhochschule Osnabrueck hatte Joern Kontakt zu Herrn Neumann knuepfen koennen, der ueber zahlreiche Verbindungen nach Usbekistan und Kirgisien verfuegt, und der wiederum den Kontakt zu Muratbek hergestellt hatte. Da gerade keine Vorlesungen waren, verbrachten wir viel Zeit mit Muratbek. So besuchten wir in seinem aus Deutschland vor vier Jahren importierten Mercedes die Sehenswuerdigkeiten von Osh, wie das riesige Lenin Monument oder den Basar. Apropos aus Deutschland importierte Autos. Fast jeder kennt die kleinen Zettel, die in Deutschland an parkende Autos geheftet werden: “Kaufe Ihr Auto – jetzt oder spaeter! Rufen Sie mich an. Zahle gut!&#8221;. Ein Teil dieser Autos landet dann irgendwann in Kasachstan oder Kirgisien, denn Zig-Tausende aeltere Modell von VW, Opel, BMW oder Mercedes usw. haben wir in den beiden Laendern gesehen. Und in der Tat, anfaenglich war es, obwohl wir beide keine grosse Affinitaet zu Autos besitzen, ein Art vertrauetes Gefuehl, wenn uns jemand beispielsweise aus einem VW Passat Kombi in dunkelblau heraus gruesst &#8211; denn so ein Auto hatte Onkel Guenther ja auch mal&#8230;und an der Heckscheibe klebt auch noch der Aufkleber der Freiwilligen Feuerwehr: Retten – Bergen – Loeschen – Schuetzen&#8230;Zur Info: Ein ca. 16 Jahres altes Auto mit ca. 160.000 bis 200.000 gefahrenen Kilometern aus Deutschland kostet in Kirgisien ca.4000 bis 4500 Euro. Fuer den Autohaendler auch dann noch ein gutes Geschaeft, wenn man die Ueberfuehrungskosten und den Aufwand fuer das Verteilen der kleinen Kaertchen abzieht&#8230;</p>
<p><strong>Russisch: Ein letztes Gespraech vor China.</strong></p>
<p>In Kirgisien koennen wir vorerst ein letztes Mal das auf unserer Durchfahrt durch die ehemaligen Teilstaaten der Sowjetunion gelernten Russisch nutzen. In China wird es damit definitv vorbei sein. Zum einen lernten wir Russisch, weil wir Leuten fragen mussten, z.B. nach dem Weg, oder wieviel Kilometer es bis zum naechsten Ort sind. Zum anderen lernten wir Russisch, weil sehr viele Leute uns fragten, woher wir kommen, oder wieviel Kilometer wir schon gefahren sind. Das Russische vermischte sich in den Gespraechen dann oftmals mit der jeweiligen Landessprache, wie Usbekisch, Kirgisisch oder Kasachisch. Anbei ein typisches Gespraech aus Usbekistan - so wiedergegeben, wie wir die Saetze verstanden und gesprochen haben. Geschaetzt haben wir von genau diesem Verlauf ueber 200 Gespraeche  gefuehrt&#8230;</p>
<p>(E = Einheimischer, R = Radler, also wir).</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">E: &#8220;<em>Asalam Maleykum!&#8221;</em> (Traditionelle Begruessung in islamischen Laendern: Der Friede sei mit Dir.)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">R: <em>&#8220;Maleykum Asalam!&#8221;</em> (Traditionelle Anwort in islamischen Laendern: Der Friede sei auch mit Dir.)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">E: &#8220;<em>Adkuda?&#8221;</em> (Wo kommt ihr her?)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">R: <em>&#8220;Germania.&#8221;</em> (Deutschland)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">E: <em>&#8220;Aeh, Niemitz?&#8221;</em> (Seid ihr Deutsche?)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">R: <em>&#8220;Da, Niemitz.&#8221;</em> (Ja, Deutsche).</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">E: <em>&#8220;Adkuda Jedi?&#8221;</em> (Wo fahrt ihr hin?)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">R: <em>&#8220;Velocepet Ketai. Velocepet Vladiwostok. Pojest Moskwa. Velocepet Moskwa – Germania.&#8221;</em> (Soll woertlich uebersetzt heissen: Fahrrad China. Fahrrad Wladiwostok. Zug Moskau. Fahrrad Moskau Deutschland)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">E: <em>&#8220;Skolka Kilometer?&#8221;</em> (Wieviel Kilometer?)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">R: <em>&#8220;Germania – Usbekistan 8000 Kilometer.&#8221;</em> (Die 8000 wird auf dem Tacho gezeigt oder in den Sand gemalt)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">E: <em>&#8220;Skolka mes?&#8221;</em> (Wieviele Monate?)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">R: <em>&#8220; Steri mes.&#8221;</em> (Vier Monate)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">E:<em> &#8220;Okay, Dawai, Jasliwa Puti!&#8221;</em> (Alles klar. Euch eine gute Reise!)</p>
<p style="PADDING-LEFT: 30px">R: <em>&#8220;Rakmet. Jasliwa Puti!&#8221;</em> (Danke. Euch eine gute Reise!)</p>
<p>Wir sind sehr gespannt, ob wir nach den Monaten in China auch eine solches Gespraech fuehren koennen&#8230;Unsere Einschaetzung: Wahrscheinlich nicht!</p>
<p><strong>Spektakulaer: Von Kirgisien nach China!</strong></p>
<p>Von Osh aus, sind es nur noch 300 km bis zur Grenze nach China. Aufgrund der vor uns auf diesem Teil zu ueberwindenden Hoehenmetern brauchen wir dafuer aber nicht, wie ueblich 3, sondern 5 Tage: so verringern die Berge unsere Tagesdistanzen. Ein anderer Grund ist zudem, das wir wesentlich oefter als sonst anhalten, um die Kamera rauszuholen, und ein Photo zu machen. Denn die Fahrt durch die Berge Kirgisiens ist, mit einem Wort ausgedrueckt einfach nur: SPEKTAKULAER! Wir fahren vorbei an Yurten, den traditionellen Wohnzelten der nomadischen Bevoelkerung Kirgisiens, die auf gruenen Berghaengen stehen, und deren weisser Filzueberzug in der Sonne glaenzt. Senkrecht steigt aus ihnen durch ein kleines Ofenrohr der Rauch auf. Rassige Pferde ziehen ueber die Haenge an den Yurten vorbei – getrieben von einem gallopierendem Reiter hoch zu Ross. Die archaisch anmutenden Yaks, mit ihrer kraeftigen Gestalt und ihrem zotteligen langen Fell stehen ruhig und in anmutender Pose grasend in der langsam untergehenden Sonne. Wir bezwingen, umgeben von dieser harmonischen Szenerie die Paesse Chyrchuk und Taldyk mit 2400 und 3600 Hoehenmetern auf unserem Weg nach Sary Tash, dem vorletzten Ort vor der Grenze nach China. Das Leben der Menschen scheint harmonisch und schoen zu sein, doch wir schaetzen, dass es hart und anstrengend ist. Die Yurten bestehen aus einem Raum und liegen weitab von Geschaeften, Schulen oder Krankenhausern. Es gibt kein fliessend Wasser und keinen Strom. Die Sommer sind sehr heiss. Die Winter sehr, sehr kalt und lang. Und in urploetzlicher Regelmaessigkeit schlaegt das Wetter um. Das merken auch wir sehr schnell: Fahren wir in der einen Sekunde noch im Sonnenschein bei Windstille, entsteht in der nachesten Sekunde ein heftiger Wind der uns entgegenblaest und es beginnt zu regnen.</p>
<p><strong>Pamir Gebirge: Freie Sicht auf das gewaltige Bergmassiv!</strong></p>
<p>So auch an dem Tag, als wir in Sary Tash ankommen. Der Himmel ist blau, als wir den Taldyk Pass herunterfahren und in die langgezogene Kurve einbiegen, die im Anschluss direkt auf Sary Tash zugeht. Bei diesem blauen Himmel haben wir dann auch freie Sicht auf die an der Grenze zwischen Kirgisien und Tadschikistan liegenden 5000 bis 7000 m hohen schneebedeckten Berge des Pamir Gebirges. Gerade fuer uns Flachlaendler, kennen wir doch nur die Baumberge bei Muenster und den Teuto bei Osnabrueck, ist das ein wirklich ueberwaeltigender Anblick&#8230;Um so mehr freuen wir uns, als wir feststellen, dass wir auf unserem Weg nach China parallel zum Pamir Gebirge radeln und somit anderthalb Tage auf die schneebedeckten Berge schauen koennen. Auf diesem Abschnitt liegt auch unsere bisher schoenster Zeltplatz. Eine Tagesfahrt nach Sary Tash bauen wir das Zelt auf ca. 3200 m Hoehe auf und geniessen vom Zelt aus, den grandiosen Ausblick ueber das Tal hinweg, in dem der Kyzul Sun Fluss fliesst - auf die schneebedeckten Berge. Tagsueber hatten wir ca. 30 Grad. Nachts friert es leicht, und am nachsten morgen liegt auf dem Zelt eine duenne Eisschicht&#8230;</p>
<p><strong>Endlosschleife: Berg hoch &#8211; Berg runter &#8211; Berg hoch &#8211; Berg runter&#8230;</strong></p>
<p>Zuegig nach dem Aufstehen erreichen wir den ersten von zwei Kontrollpunkt auf kirgisischer Seite im Grenzgebiet zu China. Da diese auf der Hoehe des Flusses liegt, geht es nach unserem Zeltplatz erstmal einige hundert Meter runter. Diese duerfen wir auf der anderen Seite des Flusses aber auch wieder hinauf fahren. Dieses Spiel, zweihundert Meter runter fahren, zweihundert Meter hoch fahren. Dreihundert Meter runter fahren, zweihundert Meter hoch fahren usw. wiederholt sich auf den naechsten 100 km geschaetzte 30 Mal, so dass wir die Steigungen zum Schluss wirkllich nur noch mit Humor hochfahren koennen und immer hoffen, dass hinter dieser Steigung doch endlich die langgezogene Abfahrt raus aus den Bergen kommen muss&#8230;</p>
<p><strong>China: Einreise zur Mittagspause.</strong></p>
<p>Puenktlich um 11.30 haben wir die Ausreise aus Kirgisien am zweiten Kontrollpunkt zuegig und ohne Probleme erledigt und stehen an der Grenze zu China. Hier heisst es erstmal warten. Denn es ist Mittagspause. Die Grenze hat von 11.30 bis 15.00 geschlossen – und das obwohl mit uns ca. hundert Lkw auf die Einreise nach China warten, die sich auf der engen Zufahrtsstrasse am Grenzort Irkeshtam, der eigentlich nur aus ein paar Wohncontainer besteht, draengeln. Ein Grossteil dieser Lkw sind dieselbe Strasse von Osh aus wie wir gefahren. Auch sie konnten die grandiose Aussicht auf die schneebedeckten Berge geniessen. Dann ist es endlich soweit. Die Grenze ist wieder geoeffnet. Die Grenzkontrollen am ersten von zwei Grenzpunkten erfolgt sehr genau. Jede Tasche wird von einem chinesischen Grenzbeamten penibel untersucht. So muss ein zurueck in sein Heimatland reisender Chinese eine in Krigisien gekaufte Tee Dose aufmachen, damit der Beamte an dem Tee schnueffeln kann. Auch die Radtaschen von Joern werden komplett durchsucht. Sogar die Plastikdose, in der sich seine Zahnbuerste befindet, wird geoeffnet und der Inhalt ueberprueft. Das &#8220;Spiegel-Magazin&#8221;, das er in seinen Taschen hat, wir durchgeblaettert. Die strenge Kontrolle dauert solange, bis der Beamte das auf chinesich uebersetzte Begleitschreiben des Buergermeisters von Muenster findet und durchliest. Die letzten Taschen muessen nicht mehr geoeffnet werden. Und Klaus wird direkt durchgewunken&#8230;</p>
<p><strong>Grenzkontrolle: Von &#8220;richtigen&#8221; und &#8220;falschen&#8221; Landkarten.</strong></p>
<p>Im Gegensatz zu Luke. Einem Australier, der in Beijing (So nennen die Chinesen ihre Haupstadt. Die Bezeichung Peking wird noch in Deutschland genutzt, kommt aber zunehmend ausser Gebrauch) chinesisch studiert und gerade in Krigisen herumgereist ist. Der Grenzbeamte durchblaettert seinen Reisefuehrer. Im Anhang findet er eine Uebersichtskarte von China. Auf dieser ist das von China beanspruchte Taiwan, das vor der Suedost-Kueste Chinas liegt, als von China unabhaengig und mit seiner Haupstadt Taipei abgedruckt&#8230; Der Beamte besteht darauf, dass Luke den“falschen&#8221; Kartenausschnitt aus dem Reisefuehrer herausreist, da Taiwan seiner Ansicht nach zu China gehoert und keine eigene Hauptstadt haben kann. Als Luke den“falschen&#8221; Kartenabschnitt ueberrascht und veraergert herausreist, stellen wir fest, dass wir den selben Reisefuehrer haben. Unser war nur in einer der Taschen von Klaus&#8230;</p>
<p><strong>Nach 9000 km: Wir sind im &#8220;Reich der Mitte&#8221;! </strong></p>
<p>Zwischen dem ersten und zweiten Kontrollpunkt auf chinesicher Seite liegen ca. 4 km. Die Grenzabfertigung laeuft hochprofessionell. Das Grenzgebeaude ist relativ neu. Die Beschilderung ist auf Englisch und Chinesich. Die Grenzbeamten auch irgendwie viel freundlicher als bei dem ersten Kontrollpunkt. Sie helfen uns bei dem Ausfuellen eines Formular, auf dem wir im Rahmen der grassierenden Schweinegrippe Angaben zu unserem Gesundheitszustand und zu unserem Reiseverlauf in China machen muessen. Nach der Kontrolle des Passes ist es dann soweit. Der Einreisestempel donnert auf das mit dem Bundesadler versehene gruene Papier des Reisepasses: Wir sind in China! Wir schieben unsere Raeder aus dem Grenzgebauede, und beglueckwuenschen uns gegenseitig zum dem was wir bisher geschafft haben&#8230;</p>
<p><strong>Landschaft: Hier kann die Marslandung gedreht werden!</strong></p>
<p>Von der Grenze Kirgisien &#8211; China bis zur Stadt Kashi, unserem naechsten Zielort, sind es ca. 200 km. Dazwischen liegen nur kleinere Ortschaften. Mittlerweile radeln wir auf ca. 2500 m. Die schneebedeckten Berge des Pamir Gebirges liegen in unserem Ruecken &#8211; und vor uns eine bizarre Stein- und Felswuesste&#8230;Eine schwer zu beschreibende Landschaft &#8211;  aber so oder so aehnlich stellen wir uns den Mars vor: flache steinuebersaete  Ebenen, aus denen wohlgeformte Huegel oder spitze Felsen ploetzlich empor schiessen&#8230;Werden die Huegel noch von wenigen Bodendeckern besiedelt, zeigen sich an den Felswaenden, die aus dem Untergrund hochgeschobenen Schichten frueherer Erdzeitalter in ihren verschiedenen Farben - grau, gruen und vor allem rot. Wuerden die Bodendecker entfernt, koennte hier wuenderbar die Marslandung gedreht werden&#8230;Ein unglaubliche Landschaft. Und um so unglaublicher ist es fuer uns, als uns in dieser Landschaft und dieser Hoehe eine stattliche Kamelherde begegnet &#8211; grosse, kraeftige Tiere mit einem langen, dichten Fell&#8230;</p>
<p><strong>Lebensmittel: Den Einkaufskorb voller Ueberraschungen</strong></p>
<p>In der Endlosschleife von Berg runter &#8211; Berg hoch &#8211; Berg runter &#8211; Berg hoch radeln wir weiter und erreichen die erste Ortschaft. Mit dem bereits an der Grenze gewechselten Geld wollen wir ein paar Lebensmitteln einkaufen. Und so stehen wir vor einer kleinen Han &#8211; Chinesin mit Strohhut und Mao-Jacke in einem suboptimal ausgeleuchteten kleinen Geschaeft. Das Produktsortiment umfasst im Wesentlichen langhaltbare Fertigprodukte wie Nudelsuppen und eingeschweisste &#8211; fuer uns unbekannte &#8211; pflanzliche und tierische Leckereien. Wir kaufen das ein, was lecker aussieht &#8211; und freuen uns neben einer Huehnchenkeule auf eine vermeindliches Stueck Huehnerbrust. Gut, als wir das dann hinter der Ortschaft, bei unserer naechsten Pause aus der Verpackung holen, stellen wir fest, dass es wohl doch keine Huehnerbrust, sondern ein Schweinefuss ist &#8211; ganz ehrlich, Huehnchenbrust schmeckt besser&#8230;</p>
<p>(Spaeter lesen wir in unserem Reisefuehrer, dass der regelmaessige Verzehr von Schweinefuessen jung haelt &#8211; Klaus geht einkaufen&#8230;)</p>
<p><strong>Weiterreise: Mit Zug und Rad Richtung Beijing</strong></p>
<p>Nach den letzten Kilometern auf der Autobahn erreichen wir die 340.000 Einwohner zaehlende Stadt Kashi (26.08). Hier machen wir ein paar Tage Station, um unsere Weiterreise mit dem Zug in die Stadt Yinchuan (ca. 2500 km) zu organisieren. Zu Beginn der Reise war es eigentlich nicht geplant, auf dem Weg von Muenster nach Wladiwostok ein Stueck mit dem Zug zu fahren. Da wir aber Ende September Besuch aus Deutschland bekommen, und zu einer dreiwoechigen Rundreise in Suedchina, zusammen mit unseren Freunden Dieter und Doro sowie Joerns Freundin Eva, starten wollen, und wir zudem in Taschkent drei Wochen auf das Wiedersehen mit Zabi gewartet haben, wird die Zeit knapp, um die gesamte Strecke bis Wladiwostok vor dem Einbruch des russischen Winters zuruecklegen zu koennen – und so ist es zwar fuer uns “emotional gesehen&#8221; sehr schade, nicht die gesamte Strecke mit dem Rad zu fahren, aber &#8220;rational gesehen&#8221; die einzig richtige Entscheidung, zu diesem Zeitpunkt den Zug zu nehmen&#8230;</p>
<p>Beim naechsten Mal berichten wir dann also ueber unsere Zugfahrt nach Yinchuan und unsere Weiterfahrt und Ankunft in der Hauptstadt Chinas: Beijing&#8230; <strong></strong></p>
<p><strong>Reisestatistik</strong></p>
<p>12.08 Taschkent – kurz hinter Nurabad: 87 km</p>
<p>13.08 k.h. Nurabad &#8211; auf dem Kamchick Pass: 92 km</p>
<p>14.08 Kamchick Pass – kurz vor Boz: 118 km</p>
<p>15.08 k. v. Boz – kurz hinter Andijon (Munduz): 94 km</p>
<p>16.08 k.h. Andijon – Osh: 54 km</p>
<p>17.08 Aufenthalt Osh</p>
<p>18.08 Aufenthalt Osh (leider sind unsere Karten ab Osh sehr ungenau, so dass wir wenig Ortsnamen angeben koennen…)</p>
<p>19.08 Osh – kurz vor Chyrchyk Pass: 60 km (Schlafen auf: 2088 m / Diff. Start – hoechster Punkt: 1180 m)</p>
<p>20.08 k. v. Chyrchyk Pass – Koelduek: 60 km (Schlafen auf: 1990 m / Diff. Start – hoechster Punkt: 2400 m)</p>
<p>21.08 Koelduek– Ak Bosogo: 50 km (Schlafen auf 3004 m / Diff. Start – hoechster Punkt: 1000 m)</p>
<p>22.08 Ak Bosogo – Sary Tash: 22 km (Schlafen auf 3160 m / Hoechster Punkt der Reise: 3620 m)</p>
<p>23.08 Sary Tash – 20 km vor Grenze zu China: 52 km (Schlafen auf 3285 m / Hoechster Punkt: 3535 m)</p>
<p>24.08 c.a. 20 km vor China – kurz hinter Ulugqat in China: 60 km</p>
<p>25.08 k.h. Ulugqat – 20 km hinter Wuqia: 95 km</p>
<p>26.08 h. Wuqia – Kashi: 116 km</p>
<p>27.08 Aufenthalt Kashi</p>
<p>28.08 Aufenthalt Kashi</p>
<p>29.08 Aufenthalt Kashi</p>
<p>30.08 Weiterfahrt in Richtung Ueruemqi mit dem ZUG!</p>
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		<title>Ammanu: Ich habe die Zeit in Deutschland nicht vergessen!</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 15:44:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joern</dc:creator>
				<category><![CDATA[Etappe 06/07 Usbekistan - Kirgisien - China]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Warten auf Zabi&#8221;: Urspruenglich war geplant, Zabi, den Dolmetscher, der Ammanu bei seinem Aufenthalt in Deutschland begleitete, bei unserer Ankunft in Taschkent zu treffen (22.07), damit er uns von seinem Wiedersehen mit Ammnu und dessen aerztlicher Untersuchung im Krankenhaus von Mazar e Sharif berichten kann. Da das fuer Zabi erforderliche Visum, zur Ausreise von Afghanistan nach Usbekistan jedoch nicht passend ausgestellt wurde, wollten wir unser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Warten auf Zabi&#8221;: Urspruenglich war geplant, Zabi, den Dolmetscher, der Ammanu bei seinem Aufenthalt in Deutschland begleitete, bei unserer Ankunft in Taschkent zu treffen (22.07), damit er uns von seinem Wiedersehen mit Ammnu und dessen aerztlicher Untersuchung im Krankenhaus von Mazar e Sharif berichten kann. Da das fuer Zabi erforderliche Visum, zur Ausreise von Afghanistan nach Usbekistan jedoch nicht passend ausgestellt wurde, wollten wir unser Treffen mit ihm einfach um &#8220;ein paar Tage&#8221; nach hinten verschieben.  Zabi meinte: &#8220;&#8230;so in 10 bis 12 Tagen muesste ich das Visum wohl erhalten&#8230;&#8221;.</p>
<div id="attachment_1007" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1007" title="Ammanu zu Gast bei Zabi in Masar e Sharif - Afghanistan. Juli 2009" src="http://ammanu.de/wp-content/uploads/2009/08/Ammanu2-300x225.jpg" alt="Ammanu zu Gast bei Zabi in Masar e Sharif - Afghanistan. Juli 2009" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Ammanu zu Gast bei Zabi in Masar e Sharif - Afghanistan. Juli 2009</p></div>
<p>Aus den &#8220;10 bis 12 Tagen&#8221; sind mittlerweile drei Wochen geworden. So lange haben wir taeglich unsere Abfahrt aus Taschkent aufs Neue verschoben, und jeden Tag gehofft, dass Zabi endlich sein Visum in den Haenden halten wuerde, damit wir uns tags darauf in Taschkent treffen koennten. Leider hat Zabi das Visum bis heute nicht erhalten (11.08). Wir mussen feststellen, dass die Situation in Afghanistan nicht mit der Situation in den bisher von uns bereisten Laendern Zentral-Asiens zu vergleichen ist. Die Zeit der Taliban und der Kriege haben Afghanistan in seiner Entwicklung weit hinter die von Kasachstan oder Usbekistan zurueckfallen lassen, was gerade Klaus, der Afghanistan aus seinem Aufenthalt in 2004 kennt, auch hinsichtlich viele anderer Dinge beobachtet.</p>
<p>Da Zabi sein Visum bis heute nicht erhalten hat, mussten wir heute entscheiden, morgen in Richtung Kirgisien weiterzufahren &#8211; denn unser Visum fuer Usbekistan laeuft ab&#8230;Trotz dieser Enttaeuschung, dass neben dem Wiedersehen mit Ammanu auch das Treffen mit Zabi nicht klappt, und das alles, verkuerzt ausgedrueckt  &#8220;eigentlich nur an buerokratischen Dingen&#8221;  scheitert, freuen wir uns, dass wir in einem Telefonat mit Zabi bei halbwegs guter Verbindung, Neues und Schoenes ueber Ammanu erfahren haben&#8230;<span id="more-995"></span></p>
<p><strong>Ammanu erinnert sich an alle und bestellt &#8220;Viele Gruesse&#8221;!</strong></p>
<p>Eine Woche war Ammanu zusammen mit seinem ca. 80 jaehrigen Grossvater zu Gast bei Zabi in Mazar e Sharif. Die aerztliche Untersuchung im Krankenhaus von Mazar e Sharif, bei der auch ein EKG geschrieben worden ist, zeigten keine Auffaelligkeiten. Auch die grosse Narbe am Brustkorb sieht gut aus. Ammanu sagt von sich, dass er koerperlich &#8220;total fit sei&#8221; und keine Probleme mehr wie frueher habe. Das zeigt sich auch an seinen Fingern: Hier hatten sich vor der Operation 2004 die fuer seine Herzerkrankung typischen Trommelschlaegelfinger und Uhrglasnaegel gebildet. Dies sind Symptome fuer eine Sauerstoffunterversorgung des Gewebes. Heute sehen die Finger und Fingernaegel wieder normal aus. Wir freuen uns sehr, dass es Ammanu gut geht und er ein gesunder Junge ist!  Ein wenig enttaeuscht sind wir von Ammanus Schulbesuch. Zwar geht er  regelmaessig in die Schule, aber trotzdem kann er nicht fehlerfrei lesen und schreiben. Zabi erklaert uns, dass das vor allem mit der Abgeschiedenheit des Heimatdorfes von Ammanu zusammenhaengt: &#8220;Es gibt zu wenig ausgebildete Lehrer, die bereit sind den kleinen Doerfern zu unterrichten&#8221;.</p>
<p>Zwar hat Ammanu die fuenf Saetze, die er 2004 auf Deutsch gelernt hatte &#8211; nach der Operation begruesste er das Personal im Krankenhaus mit &#8220;Alles klar&#8221; &#8211; wieder vergessen, aber an viele Gesichter und Namen kann er sich noch gut erinnern: Neben Klaus natuerlich auch vor allem an die Eltern von Klaus, Monika und Alfred. Denn nach der Operation wohnte Ammanu mehrere Wochen bis zur vollstaendigen Genesung und Heimkehr nach Afghanistan in Saerbeck, bei Monika und Alfred. Fuer alle waren das damals sehr intensive Wochen, die auch die Eltern von Klaus nicht vergessen haben.</p>
<p>Neben Ammanu geht es auch seinen Eltern und Geschwistern gut.  Zur Zeit ist Erntezeit und auf den Feldern gibt es viel zu tun. Nur der Grossvater von Ammanu hat gesundheitliche Probleme. Er hat &#8220;Wasser in den Beinen&#8221; (Oedeme). Neben Ammanu wurde daher auch der Grossvater im Krankenhaus untersucht und darueberhinaus behandelt.</p>
<p>Zabi erzaehlt weiter, dass Ammanu sich nochmal bei allen bedankt und &#8220;Viele Gruesse&#8221; bestellt: &#8220;Ich habe die Zeit in Deutschland nicht vergessen!&#8221;. Dann ergaenzt er: Und Inschallah (&#8220;So Gott will&#8221;) schaffen wir es ja eines Tages, wenn die Situation in Afghanistan besser ist, dass Ammanu und ich zusammen nochmal nach Deutschland kommen&#8230;</p>
<p>Mit den guten Nachrichten und  Gruessen von Ammanu im Kopf, und dem Wunsch, dass beide gerne nochmal nach Deutschland kommen wollen, werden wir morgen weiter in Richtung Kirgisien fahren. Und vielleicht klappt es ja auch irgendwann, dass wir uns alle Wiedersehen. Inschallah&#8230;</p>
<p><strong>&#8220;Warten auf Zabi&#8221; oder &#8220;Drei Wochen ohne Radfahren&#8221;</strong></p>
<p>Wir sind schon etwas darauf gespannt, wie es wohl sein wird, morgen, das erste Mal seit ueber drei Wochen wieder auf dem Rad zu sitzen. Denn nachdem wir in Taschkent angekommen waren, haben wir unsere Raeder im Bahnhof bei der Gepaeckabgabe aufgegeben und seitdem nicht mehr auf dem Sattel gesessen&#8230;Aber &#8211; auch wir fragen uns das &#8211; was haben wir eigentlich die letzten drei Wochen so gemacht?</p>
<p>Nachdem wir in der ersten Woche (23.07 &#8211; 29.07) das &#8220;gruene und wasserreiche&#8221; Taschkent mit seinen wichtigsten Sehenwuerdigkeiten kennen gelernt hatten (Bericht vom 30.07), sind wir in der zweiten Woche (30.07 &#8211; 04.08) mit dem Bus und dem Zug zu den zwei alten Staedten an der Seidenstrasse, Bukhara und Samarkand, gereist. So ohne Raeder und mit wenig Gepaeck beladen, hatten wir das Gefuehl, einen Wochenendausflug zu machen. Die dritte Woche (05.08 &#8211; 11.08) verbrachten wir wieder in Taschkent, haben weiter auf Zabi gewartet und uns mit der Weiterreise nach China beschaeftigt, &#8220;Klassiker der Deutschen Literatur&#8221; gelesen, welches die einzigen Buecher waren, die wir auf Deutsch ein einem Buchlanden finden konnten, Museen besichtigt und auch einfach etwas in den Tag hineingelebt&#8230; Durch unseren laengeren Aufenthalt haben wir Usbekistan anders kennen gelernt als die vorherigen Laender. Zumindest haben wir das Gefuehl, mehr als nur einen oberflaechlichen Eindruck erhalten zu haben. Vielleicht haengt es damit zusammen, dass wir so lange Zeit in der Hauptstadt waren, viel Zeit hatten, die Stadt zu erkunden, in Reisefuehrern zu lesen oder Museen zu besuchen. Daher erstmal ein wenig Geschichte, bevor die Geschichtchen kommen&#8230;</p>
<p><strong>Mythos Seidenstrasse -  Bukhara und Samarkand</strong></p>
<p>Sowohl Smarkand, als auch Bukhara liegen an der &#8220;Seidenstrasse&#8221;, jenem historischen Verkehrswegenetz, dass die Mittelmeerregion (Antiochia, Tuerkei) mit Ostasien (Xian, China) verbindet und so im Laufe der Jahrhunderte fuer einen Austausch von Handelsguetern, Kultur, Wissenschaft und Religion, aber auch Krankenheiten und Kriegstruppen, sorgte. Die Bedeutung und Routenfuehrung der Seidenstrasse veraenderte sich  ueber die Jahre. So sind beispielsweise drei verschiedene Hauptrouten aus dem zweiten, siebten und 13. Jahrhundert bekannt. Mit der verstaerkten Nutzung der Seeweges zwischen Europa und Asien, verlor die Seidenstrasse zunehmend an Bedeutung. Die an der Seidenstrasse gelegenen Staedte konnten vom Handel stark profitieren und bluehten auf. Auch Samarkand und Bukhara. Eine Vielzahl an Mausoleen, Moscheen und Medressen (Islamschulen) zeugen bis heute davon. Und so wundert es nicht, dass die grossartigen Zeugnisse islamischer Architektur beider Staedte zum UNESCO Weltkulturerbe gehoeren&#8230;Zudem liegt die Faszination vor allem im Ganzen &#8211;  in der zusammenhaengenden Altstadt Bukharas mit seinen unzaehligen Kuppeln und Minaretten. Mit seinen Gassen und den darin lebenden Menschen. Und einer Stadtsilhouette, die ihres gleichen sucht&#8230;</p>
<p><strong>Urlaub in Zental-Asien &#8211;  Warum eigentlich nicht?</strong></p>
<p>Daher treffen wir wohl auch das erste Mal seit unserer Abreise aus Deutschland auf wirklich relativ viele Touristen. Neben einheimischen Touristen aus Usbekistan und anderen zentralasiatischen Laendern, sind es vor allem Touristen vom Typ &#8220;Rucksackreisende&#8221; oder vom Typ &#8220;Studiosus-Reisende&#8221; aus Europa, Australien oder den USA. Keine Ahnung warum, aber eine Vielzahl der westlichen Touristen laufen herum, als waeren sie auf einer Expedition in die Sahara. Komplett in Funktionswaesche gekleidet, dicke Wanderschuhe an, Turban aehnliche Muetze auf dem Kopf, Halstuch um, Kamera mit dickem Zoomobjektiv umgehangen und immer eine Flasche Wasser dabei. Es soll nicht &#8220;hochnaesig&#8221; oder &#8220;welt-erfahren&#8221; wirken, aber eine Reise nach Usbekistan zu den touristischen Hochburgen ist keine Fahrt mehr mit ungewissem Ausgang. So verfuegen z.B. nahezu alle Unterkuenfte ueber eine Klimaanlage und Satelliten Fernsehen. An jeder Ecke gibt es Eis und gekuehlte Getraenke zu kaufen. Die Zuege fahren puenktlich auf die Minute ab und Stromausfalle gibt es eigentlich nicht. Das der Tourismus im immer groesser werdenden Masse die historisch bedeutenden Staetten erreicht oder sogar schon erreicht hat, zeigt sich auch da durch, dass ueberall Strassenhaendler zu finden sind, die Postkarten, Teppiche, Bilder, Toepfe usw. mit dem von anderen Orten bekannten Geschaeftssinn verkaufen. Oder dadruch, dass der Eintrittspreise bei Sehenswuerdigkeiten fuer Usbeken unter dem fuer auslaendische Touristen liegt. Fuer eine Urlaubsreise an die fuer Touristen interessanten Sehenwuerdigkeiten, brauch man nach unserer Ansicht kein verwegener Rucksackreisende sein.  Urlaub in Zental &#8211; Asien: Warum eigentlich mal nicht&#8230;?</p>
<p><strong>&#8220;Amir Timur&#8221; und &#8220;Die Identitaetssuche der Usbeken&#8221;</strong></p>
<p>Ihren Hoehepunkt erlebte Samarkand zur Zeit von Amir Timur (1336 &#8211; 1405). Dieser zentralasiatische Herrfuehrer schaffte es durch eine Anzahl von Kriegen ein grosses Reich in Zentralasien aufzubauen, dass u.a. die heutigen Laender Usbekistan, Iran, Afghanistan, Turkmenistan und Kirgisien umfasste. Seine Herrschaft war ebenso von Tyrannei und Brutalitaet als auch von seinem Sinn fuer Wissenschaft und Kultur gekennzeichnet. Er machte Samarkand zur Hauptstadt seiner Reiches, verhalf ihr zu enormen Aufschwung und baute eine Vielzahl an Gebaueden. Und so wurde der Grundstein gelegt zum Mythos Samarkands an der Seidenstrasse.</p>
<p>Seit dem Ende des Sowjetreiches nutzt der Staat Usbekistan die &#8220;Glorie&#8221; Amir Timurs, um hierueber den Usbeken ein historischen Fixpunkt zur neuerlichen Ausbildung einer nationalen Identitaet zu geben, die sie im Zuge der Kollektivierung zu Sowjetzeiten aufgeben mussten. Amir Timur wird zu eine Art &#8220;Vater der Nation&#8221; und &#8220;Vorbild aller Usbeken&#8221; stilisiert. Amir Timur ist all gegenwaertig: auf Strassennamen, Geldscheinen und oeffentlichen Plaetzen. So wurde in Taschkent, nach der Unabhangigkeit ein ehemaliges Karl Marx Denkmal durch ein grosses Amir Timur Standbild ersetzt. Und im Amir Timur Mueseum hanegt in grossen Lettern der Ausspruch vom usbekischen Praesidenten Islam Kamirov: Wer verstehen moechte, wer die Usbeken sind, wer die Kraft, die Macht, das Recht und die uneingeschraenkten Moeglichkeiten der Menschen in Usbekistan, ihre Beteiligung an der weltweiten Entwicklung und ihre Glaube an die Zukunft begreifen moechte, der sollte sich das Bild von Amir Timur ins Gedaechtnis rufen. (If somebody want to understand who the Uzbeks are, if sombody wants to comprehend all the power, might, justice and unlimited abilities of the Uzbek people, their contribution ot the global development, their belief in future. He should recall the image of Amir Temur). Obwohl es, wie fuer alle Nachfolge Staaten der Sowjet Union schwierig ist, eine nationale Identitaet auszubilden, scheint in Usbekistan dieser Prozess ohne eine ausreichende Auseinandersetzung mit der Leitfigur Amir Timur stattzufinden, denn dessen belegte Brutalitaet, Tyrannein und einseite Weltsicht werden anscheinend unzureichend hinterfragt&#8230;</p>
<p><strong>&#8220;In den Tag hinein leben&#8230;&#8221; vs. &#8220;Zu machen gibt es immer was&#8230;&#8221;</strong></p>
<p>Egal, ob wir waehrend der letzten drei Wochen in Taschkent, Samarkand oder Bukhara waren und obwohl wir wirklich in den Tag hinein gelebt haben, da wir von unserer eigentlichen Hauptgeschaeftigung, radfahren, beurlaubt waren, war es doch so, dass es (fast) immer was zu machen und zu tun gab&#8230;So hatte Joern direkt nach der Ankunft in Taschkent einen platten Reifen, der geflickt werden wollte, waehrenddessen sich Klaus um die Reinigung der Iso-Matten kuemmerte, die vom Schweiss in der Steppe schon ganz spackig geworden waren. Viel Zeit verbrachten wir auch in Internet Cafes, um mal wieder ausgiebig zu lesen, was in der Welt so passierte. Oder um einfach auch, wenn moeglich, das Internet zu benutzten, um seine Eltern, Geschwister oder Freunde anzurufen. So konnte Joern seinen Neffen Emil, der kurz nach Abreise aus Muenster geboren wurde, zum ersten Mal sehen und schreien hoeren&#8230;Und so koennen wir noch zig Sachen aufzaehlen, die wir gemacht haben, von Schuhe flicken lassen bis Postkarten schreiben. Dann haben wir auch noch versucht, unsere bisherigen Photos auf CD zu brennen und nach Deutschland zu schicken. Das Brennen der Bilder klappte einwandfrei, doch das Verschicken der DVD stellte sich als unueberwindbare Huerde heraus. Als Klaus mit den DVD unterm Arm auf der Post erfuhr, wie die Versendung<strong> </strong>von DVD nach Deutschland erfolgen wuerde, ging er wieder. Denn DVD und CD duerfen aus Usbekistan nur nach Erhalt eines Zertifikats vom Miniterium fuer Kultur, die hierfuer den Inhalt begutachten, versendet werden. So haben wir das verstanden.  Zum einen kostet dieser Vorgang 30 Euro, zum anderen ist es fuer uns unvorstellbar, das unsere privates Bildmaterial kontrolliert wird. Wir nehmen die DVD mit und versuchen sie aus Kirgisien zu verschicken&#8230;</p>
<p><strong>Ausblick: Die naechsten Wochen</strong></p>
<p>Denn in Kirgisien sollten wir in den naechsten 5 Tagen (16.08) angekommen, da zwei Tage spaeter unser Usbekistan Visum auslaeuft und wir nie wissen, ob uns nochmal so etwas, passiert wie bei der Einreise nach Usbekistan. Bis zur Grenze sind es noch ca. 400 km durch huegelliges Gebiet mit dem von uns zu ueberwindenen Kamchik Pass von ca. 2200 m Hoehe. Dann folgt die Fahrt durch Kirgisien. Die Berglandschaft dort muss wunderschoen sein. Vom Taldyk Pass, mit seinen 3600 m Hoehe, koennen wir dann bei guter Sicht den Pik Lenin sehen, einen 7000 er! Ueber den Irkeshtam Pass fahren wir dann weiter nach China und dort bis nach Kashgar. In Kashgar werden wir  in den Zug einsteigen, um ueber Turpan bis Jiayuguan zu fahren. Das sind ca. 2200 km. Natuerlich ist es schade, dass wir diesen Teil, der uns auf der noerdlichen Route der Seidenstrasse, entlang der Taklamakan Wuesste fuehren wurde, nicht mit dem Rad zurueck legen koennen. Aber letztendlich geht es nicht anders, da wir um den 20.09 mit dem Rad in Peking ankommen wollen, wo wir uns am 26.09 mit Doro und Dieter, einem mit uns sehr gut befreundetem Paar aus Muenster sowie mit Eva, der Freundin von Joern, treffen wollen, um gemeinsam drei Wochen das Land von Peking ueber Xian nach Shanghai mit dem Zug und Bus zu bereisen.</p>
<p>Die sechs Tage vom 20.09 bis zum 26.09 werden wir zuvor nutzen muessen, um uns um ein neues Visum fuer China zu kuemmern. Im Augenblick haben wir im Pass nur ein 30 Tage Visum. Ein laengeres Visum war von Deutschland aus fuer uns nicht zu bekommen. Und so fahren wir in der Zeit mit dem Zug von Peking nach Hong Kong, beantragen ein 90 Tage Visum, und fahren anschliessend wieder zurueck nach Peking (insgesamt ca. 5000 km), um die drei direkt vom Flughafen abzuholen&#8230;Sicherlich ist das sehr aufwendig. Aber um eine Verlaengerung des Visum in Peking zu beantragen, muessen wir ein chinesisches Bankkonto eroeffenen und ca. 3000 Euro einzahlen. Und wir denken, dass das noch aufwendiger ist&#8230;</p>
<p><strong>Statistik -  Oder eher:  &#8221;Auflistung unserer Ruhetage&#8221;</strong></p>
<p>01.08 Aufenthalt Bukhara</p>
<p>02.08 Aufenthalt Bukhara</p>
<p>03.08 Aufenthalt Bukhara</p>
<p>04.08 Weiterreise nach Samarkand</p>
<p>05.08 Aufenthalt Samarkand</p>
<p>06.08 Weiterreise nach Taschkent</p>
<p>07.08 Aufenthalt Taschkent</p>
<p>08.08 Aufenthalt Taschkent</p>
<p>09.08 Aufenthalt Taschkent</p>
<p>10.08 Aufenthalt Taschkent</p>
<p>11.08 Aufenthalt Taschkent</p>
<p>12.08 Weiterfahrt Richtung Kirgisien</p>
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