Wir haben es geschafft: Vorgestern (18.11) sind wir in Wladiwostok angekommen. Wir freuen uns! Unser Ziel, die russische Hafenstadt, gelegen am Pazifischen Ozean, haben wir erreicht. Das wir wirklich am Ziel sind und in ueber acht Monaten Eurasien auf dem Landweg - 12.000 km auf dem Fahrrad – durchquert haben, muessen wir aber erst noch verstehen – ganz angekommen ist es bei uns noch nicht. Aber wir freuen uns nicht nur, dass wir am Ziel sind, wir sind auch schlichtweg sehr froh darueber: Denn seit unserer Abfahrt aus Beijing (Peking) hat sich das Wetter von einem goldenen chinesischen Herbst durch sibirische Winde hin zu einem fuer uns Europaeer kalten russischen Winter gewandelt. Mehr als einmal waren wir uns nicht sicher, ob wir es noch schaffen sollten, unser Ziel mit dem Fahrrad zu erreichen… Mehr lesen »
Gehört zu: Etappe 11 China - Russland
Artikel vom 20. November 2009 | Joern | Nachricht an Joern schreiben

Manche nennen uns die Verrückten …
…dabei fahren wir nicht ohne Grund 17.500 km von Münster nach Wladiwostok: Wir besuchen Ammanu, einen kleinen Jungen, der ohne die Hilfe vieler Menschen heute nicht mehr leben würde.
Doch fangen wir vorne an …
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“Urlaub von der Radreise”. Genau das ist es, was wir die letzten vier Wochen gemacht haben. Doch soll es sich dabei nicht so anhoeren, als haetten wir keine Lust mehr auf dem Rad in Richtung Wladiwostok zu fahren, und ein Urlaub waere notwendig gewesen. Es ist vielmehr so, dass das Radfahren fuer uns, nach ueber sechs Monaten im Sattel ”sowas von Alltag geworden ist”, das mehrere Tage an denen wir nicht auf dem Fahrrad sitzen uns eben wie ein Urlaub erscheinen…Dieser Vergleich soll natuerlich nicht dazu verleiten, sich vorzustellen, das eine Radreise allmaehlich langweilig werden wuerde. Es ist eher so zu verstehen, dass – so unsere Erfahrungen - eine solche Radreise trotz aller neuen Erlebnisse irgendwann immer auch, und wenn auch nur zum Teil, als Alltag verstanden werden sollte. Warum? Um das Ziel der Radreise ueberhaupt erreichen zu koennen! Denn, wenn auf der Radreise Dinge wie das “grundsaetzliche Unterwegs sein mit dem Rad”, das “nicht immer bequeme Uebernachten im Zelt” oder die “oftmals anstrengenden Sprachbarrieren”, nicht irgendwann als Alltag angesehen, sondern weiterhin als Herausforderung verstanden werden, wird die Radreise um einiges Anstrengender werden, als wenn man diese Dinge als ganz normalen Alltag versteht. Von daher ist es vielleicht nachvollziehbar, das die letzten vier Wochen, in denen wir ausschiesslich mit dem Zug in China herumgereist sind, nahezu ausnahmslos in Hotels geschlafen haben und uns fast immer auf Englisch oder Deutsch verstaendigen konnten, uns wie ”Urlaub von der Radreise” vorgekommen sind. Eben, weil der Alltag auf dem Rad ein anderer ist… Mehr lesen »
Gehört zu: Etappe 10 China-Urlaub
Artikel vom 23. Oktober 2009 | Joern | Nachricht an Joern schreiben
Es war schon dunkel als wir letzten Donnerstag (17.09) am symbolischen Mittelpunkt Chinas angekommen sind: Dem Platz des Himmlischen Friedens in Beijing (Peking)! Bei Einbruch der Dunkelheit – Tageskilometer 150 – hatten wir die 6. Ringstrasse, die wir als Stadtgrenze Beijing bezeichnen wuerden, gerade ueberquert. Bis zum Tian’anmen Platz, wie der Platz des Himmlischen Friedens auch genannt wird, lagen noch 30 km vor uns. In der Hoehe der 6. Ringstrasse, zeugt noch nicht viel von der Dimension der 15 Millionen Einwohner Stadt. Hier werden noch Kuehe in Hinterhoefen gehalten, wird Mais angebaut und die Haeuser sind selten hoeher als drei Stockwerke. Jedoch aendert sich das mit jedem Kilometer, den wir weiter in Richtung Innenstadt vordringen. Dabei folgen wir dem Strassenverlauf der G 109, die direkt zum Tian’anmen Platz fuehrt. Noch nie war die Einfahrt in eine Grossstadt mit dem Fahrrad fuer uns so einfach. Nicht nur, weil wir der G 109 folgend, ohne auf die Karte zu schauen, unser Ziel erreichen. Sondern auch, weil parallel zum Fahrweg fuer Autos und Busse, oftmals getrennt durch eine Baumreihe, ein ca. 2,5 m breiter Radweg vorhanden ist… Und selten ist eine Stadteinfahrt so spannend. Denn mittlerweile ist es dunkel geworden und Beijing verschafft sich sein eigenes Licht: durch ausgeleuchtet Parkanlagen, angestrahlte Hausfassaden oder blinkende Reklametafeln… Mehr lesen »
Gehört zu: Etappe 09 China (Erduosi - Beijing)
Artikel vom 24. September 2009 | Joern | Nachricht an Joern schreiben
“Wir wissen nicht, wo unsere Fahrraeder sind!” Diesen quaelenden Satz haben wir in der vorletzten Woche (03. – 11.09) leider all zu oft sagen muessen. Denn nachdem wir ohne Probleme mit Zug und Bus von Kashi nach Yinchuan (29.08 – 02.09) gereist sind, um u.a. so die “Wartezeit von Taschkent” ausgleichen zu koennen, wurden unsere Fahrraeder nicht wie geplant in der vorgesehenen Zeit nach Yinchuan transportiert… Es war ein Alptraum, der nicht enden wollte. Ueber eine Woche lang, wussten wir nicht, wo unsere Fahrraeder sind. Alle Informationen, die wir anfangs bekommen hatten, waren zueinander widerspruechlich. Die Situation war wirklich zum Verzweifeln. Gefuehlt war das Ende der Radreise schon gekommen… Mittlerweile sind wir unterwegs in Richtung Beijing (Peking) - mit dem Fahrrad! Von hier aus werden wir sofort (20.09) mit dem Zug nach Hong Kong fahren, um dort unser neues Visum zu beantragen, da unser jetziges in drei Tagen (22.08) auslaeuft. Und auch in Hong Kong werden wir uns nicht lange aufhalten, startet doch in einer Woche (27.09) unsere gemeinsame Rundreise mit Eva, Dieter und Doro ab Beijing. Leider ist durch die “Wartezeit in Taschkent” und dem “Verlust unserer Fahrraeder” alles ein wenig komplizierter, anstrengender und vor allem zeitlich knapper geworden als urspruenglich geplant. Doch wie sagt der chinesiche Volksmund, wenn es mal unverschuldet anders kommt als gedacht: ”Mei Fan Ba” (Da kann man eben nichts machen)! Einfach ist es fuer uns nicht, nach den letzten Wochen diesen Worten zu folgen. Doch was koennen wir ueberhaupt machen – “uns aergern”, dass die Fahrraeder verschollen waren, und unentspannt in die Rundreise starten, oder “uns freuen”, dass die Fahrraeder wieder da sind und die Rundreise geniessen. Fuer uns ist die Antwort klar! Doch bevor wir entspannt in die Rundreise starten, noch einmal kurz die Ereignisse der letzten Wochen… Mehr lesen »
Gehört zu: Etappe 08 China (Kashi - Erduosi)
Artikel vom 19. September 2009 | Joern | Nachricht an Joern schreiben

Wir sind in China: 9000 km sind es von Deutschland bis in den westlichsten Zipfel Chinas, die Provinz Xinjiang. Genau 5 Monate waren wir unterwegs, davon umgerechnet 3 Monate auf dem Rad. Im Schnitt haben wir somit etwas mehr als 90 km pro Radeltag zurueckgelegt. China hat uns jedoch direkt mit einer heftigen Ueberraschung empfangen. Aufgrund der juengsten Unruhen in der Provinzhauptstadt Xinjiangs im Monat Juli, Ueruemqi, hat die Regierung in Peking in der Provinz Xinijiang u.a. die Millitaerpraesenz erhoeht und die Kommunikationsmoeglichkeiten massiv eingeschraenkt – wahrscheinlich, so unsere Erklaerung, um die Organisation von weiteren Demonstrationen und Ausschreitungen im Spannungsfeld zwischen Uiguren und Han – Chinesen zu erschweren: Das komplette Internet wurde abgeschaltet – ein fuer uns unvorstellbarer Eingriff des Staates! Zudem sind internationale Telefongespraeche zur Zeit ebensowenig moeglich, wie die Versendung von SMS innerhalb Chinas sowie ins Ausland. Den folgenden Bericht schreiben wir somit“offline” in Kashi, der ersten Stadt, die wir nach unserem Grenzuebertritt von Kirgisien nach China erreicht haben. Ins Internet stellen koennen wir ihn erst heute (03.09), an dem Tag, an dem wir die Provinz Xinjiang in Richtung Provinz Ningxia verlassen und wieder die Moeglichkeit haben, auf das Internet zuzugreifen. Wir koennen somit nur zeitverzoegert von unserer Ausreise aus Usbekistan (16.08), unsere Zeit in Kirgisien (16.08 – 23.08) und die ersten Tage in China (23.08 – 28.08) berichten. Doch zuvor noch ein paar Worte zur Situation in der Provinz Xinjiang… Mehr lesen »
Gehört zu: Etappe 06/07 Usbekistan - Kirgisien - China
Artikel vom 03. September 2009 | Joern | Nachricht an Joern schreiben
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